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Zehnte« Buch.
nüffe, welche der Gelehrte beim Studium hat, und von den finn-lichen die Genüsse, welche uns der Geruch und in vielen Fällen derGehörs- und Gesichtssinn vermitteln, sowie angenehme Erinnerun-gen und Hoffnungen, find durchaus schmerzlos Wovon solltenalso diese ein Werden sein? Es ist ja hier kein Mangel vorhanden,dessen Ausfüllung und Befriedigung hätte eintreten können.
8. Was endlich diejenigen betrifft, welche zum Beweise, daßdie Lust nichts Gutes sei, die den Menschen zum Vorwurfe gereichen-den Genüsse anführen, so kann man ihnen füglich erwidern: daß daskeine wirklichen Genüsse sind. Denn wenn sie für schlecht disvo-nirte Menschen Genüsse sind, so berechtigt das noch nicht zu der An-nahme, daß sie es auch an sich, abgesehen von solchen, find '^), gradeso, wie ja auch Dinge, welche Kranken gesund oder für Kranke süßoder bitter schmeckend find, darum dies noch nicht an sich find, oderwie gewisse Dinge darum, weil sie den Augenkranken als weiß er-scheinen, es darum noch nicht find. — 9. Oder man kann ihnenauch sagen: die Genüsse sind allerdings wünschenswerth, nur nichtdie Genüsse, die man sich durch dies oder das verschafft, wie ja auchreich sein ein gutes Ding ist, nur nicht durch Verrath reich werden,und ebenso gesund sein, nur darf die Gesundheit nicht dadurch er-worben werden, daß man etwa Alles äße, was Einem vorkommt. —10. Oder man kann auch sagen: es gibt Genüsse verschiedener Art,denn die Genüsse an und von schönen Dingen sind andere, als diean und von häßlichen, und es ist unmöglich, daß Einer das Ver-gnügen am Gerechten genießen kann, wenn er nicht gerecht, oder daSVergnügen an der Musik, wenn er nicht musikalisch ist, und so fort.
11. Als ein fernerer Beleg dafür, daß entweder die Lust keinGut ist, oder daß es verschiedene Arten von Lustgenüssen gebenmuß, gilt die Verschiedenheit, welche zwischen dem Schmeichler unddem Freunde obwaltet. Als Freund gilt der, der bei seinem Um-gänge das Gute, als Schmeichler der, welcher das Vergnügen des
D. h. sie sind keine Nebergänge und Veränderungen von Unlust zu Lust.Der Regulator ist hier, wie immer, „der tugendhafte Mann".S. Ill, Kap. 4, §. s.