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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Drittes Kapitel.

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gung des Weltgebäudes, so doch bezüglich auf Anderes. Der Lustdagegen kommt weder das eine noch das andere jener Prädikate zu,denn vergnügt werden kann man zwar in dem Sinne geschwind ,wie man sich geschwind erzürnen kann, allein in dem Genießenselbst des Vergnügens findet keine Geschwindigkeit statt, auch nichtrelativ, wohl aber kann man geschwind gehen, wachsen, und viel der-gleichen mehr. Also: der Uebergang zur Lust kann gar wohl ge-schwind und langsam geschehen, bei dem thätigen Empfinden derselbenhingegen, d. h. bei dem Sichfreuen, kann von Schnelligkeit nicht dieRede sein.

5. Und dann: wie kann die Lust ein Werden sein? Es istja ein feststehender Satz, daß nicht jedes Beliebige nur jedem Belie-bigen wird, sondern Alles sich in das auflöst, aus dem es wird.So müßte also der Schmerz die Vernichtung desjenigen sein, dessenWerden die Lust ist '"). 6. Ferner sagen sie: der Schmerz sei derMangel eines natürlichen Bedürfnisses, die Lust dagegen sei die Aus-füllung dieses Mangels. Diese Affektionen aber find körperliche.Wenn nun wirklich die Lust Ausfüllung des natürlichen Bedürfnissesist, so müßte dasjenige, in welchem die Ausfüllung geschieht, ebenauch dasjenige sein, welches den Genuß empfindet, es müßte diesmithin der Körper sein. Das nimmt man aber doch nicht an '').Mithin ist also die Lust keineswegs Ausfüllung, sondern es ist viel-mehr so, daß der Mensch, während dem daß eine Ausfüllung sichvollzieht, Genuß empfindet, und wenn er geschnitten wird, Schmerzempfindet. Jene (Platonische) Ansicht scheint entstanden zu sein ausder Rücksicht auf die Lust und Unlust bei unserer Ernährung, weilwir da, ehe wir gegessen und getrunken haben, Mangel und Unlustfühlen, und darum nachher durch die Ausfüllung Genuß empfinden. 7. Allein das trifft nicht bei allen Genüssen zu; denn die Ge-

langsam heißen kan», weil sie immer gleichförmig ist, wie z. B. die Bewegungdes Himmels". Garve.

K>) Man setze hinzu: und dies ist unmöglich, da die Lust nichts hervor,bringt, kein Uebergang aus und von etwas zu etwa« ist.

") Sondern man hält allgemein dafür lckoxsö, daß die Seele das Lust,empfindende fei.