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Neuntes Buch.
kein leichtes Ding, für sich allein in einem fort thätig zu sein, wäh-rend es in Gesellschaft mit Andern und in Beziehung auf Andereschon leichter ist. — 6. Es wird also die Thätigkeit, die schon anund für sich angenehm ist (in Verbindung mit Freunden), eine umso anhaltendere sein können, was eben zum Begriffe jdeS „Glückli-chen" nothwendig gehört. Denn der Tugendhafte, eben insofern ertugendhaft ist, hat seine Freude an allen Handlungen, die den Ge-setzen der Tugend gemäß find, während er von allen aus Bosheitund Schlechtigkeit herrührenden Handlungen beleidigt wird, — gradeso, wie der Musiker sich an schönen Tonweisen erfreut, während seinOhr von schlechten beleidigt wird.
7. Sodann dürfte man auch wohl mit Theognis d) sagen, daßaus dem Zusammenleben mit trefflichen Menschen für uns eineUebung unserer Tugend resultirt. — Sehen wir' der Sache tieferauf den Grund, so liegt es in der Natur der Dinge, daß ein treff-licher Mensch für den Trefflicken ein wünschenSwerther Freund ist.Denn, wie ich bereits gesagt '"), daß dasjenige, was seiner Natur
a- Die Verse des hier (und weiter unten Kap. 12) von Aristoteles ange-führten berühmten griechischen SpruchdichlerS aus dem sechsten Jahrhundertfelilen in den meisten und besten Handschriften und in den griech. Commenlaren.Die Poesie war im Volke noch lebendig genug, baß Aristoteles bei Gelegenheiten,wie diese, nur den Namen des Dichters zu nennen brauchte, um sicher zu sein,daß seine Zuhörer oder Leser ergänzten, was er meinte. Hier war es einDichlerwort des Theognis, das Sokrates als einen Lieblingsspruch zu brauchenpflegte ,f. Tenoph. Memorabilien I, 2, 2V. Symposion II, L. PlatonMenvn p. Sb. a. und die Ausleger zu Theognis Gnomen V. ZS p. 8 derLcipz. AuSg ). SS lautet vollständig:
— — Nimmer mit schlechtenMännern gehe du um, stets nur zu guten gesellt!
Solche seien Gesellen beim Trunk dir, sowie bei der Mahlzeit,
Oder im Rath, und es sei ihnen gefallen dir Pflicht.
Denn von Guten wirst Gutes du lernen: doch wenn du den
Schlechten
Zu dich gesellt, so verlierst du auch den eignen Verstand.
Folge dem Rath und gesell' dich zu Guten, damit du einst sagest:
Gut war der Rath, den ich hier sorglich den Freunden erlheilt.
*") S. oben I, Kap. 8, h. 11 ; VIII, Kap. K, h. 4.