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Neuntes Buch.
so viele schreckliche Dinge, und ähnliche Schrecknisse sind ihre Aus-sichten sür die Zukunft; wenn sie dagegen mit Andern zusammenfind, so vergessen sic das momentan. Und da sie nichts Liebenswür-diges an sich haben, so haben sie auch keine Empfindung von Liebegegen sich selbst. So haben denn auch solche Menschen keine Sym-pathie mit sich selbst in Freude und Leid; denn ihre Seele ist ewigin Aufruhr, und während der eine Theil derselben vor Bosheit be-trübt ist, weil und wenn er sich gewisser Dinge enthalten muß, em-pfindet der andere Freude; das Eine zieht ihn hierhin, das Anderedorthin, als wollte cs ihn zerreißen — 9. Wenn es nun aberauch nicht möglich ist, daß die Empfindungen der Freude und desSchmerzes zu gleicher Zeit in der Mcnschenbrust rege sein können, sosteht doch wenigstens das fest, daß er im allernächsten Momente, nach-dem er eine freudige Empfindung genossen hat, wieder Schmerz em-pfindet und wünschen möchte, daß ihm solcher Genuß nicht gewordenwäre; denn der Lebensbecher der Schlechten ist bis an den Rand vonReue erfüllt.
Wir sehen also, daß der schlechte Mensch nicht einmal gegensich selbst freundschaftlich gesinnt sein kann, weil er nichts Liebens-würdiges an und in sich hat.
Wenn nun aber ein solcher Zustand im höchsten Grade jam-mervoll ist, so gilt es, mit Anspannung aller Kräfte die Schlechtig-keit zu fliehen und dahin zu streben, ein tugendhafter Mensch zusein; denn nur so wird cs möglich sein, nicht nur mit sich selbst inFreundschaft zu leben, sondern auch einem Andern lieb und befreun-det zu werden.
Diese ergreifende Schilderung der inner» Nnscligkeit des Bösen erin-nert an Richards III. fürchterliches Selbstgespräch in der Nacht vor seinem Tode.Man vergleiche »och aus dem Alterthum die Schilderung des Seelenzustandeseines Bösen vor dem Tode bei Plato (Staat I, ZLV. e.) und Cicero Sc kep.lll, Ik, LS; sowie das Wort des Propheten JesaiaS Kap. 57, B. 2».