Zwölftes Kapitel.
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der Schifffahrtgenoffen u. s. w. tragen vielmehr den Charakter ge-ordneter Gemeinschaften, denn sie beruhen so zu sagen auf einergewissen Uebereinkunft. Auch die Gastfreundschaft kann mandazu rechnen.
2. Was die verwandtschaftliche anlangt, so sehen wir, daß sieaus vielen Arten besteht, die aber insgesammt auf das Verhältnißdes Vaters zu den Kindern zurückgehen. Die Eltern nämlich liebenihre Kinder als ein Stück ihrer selbst, die Kinder ihre Eltern, weilsie von ihnen ihr Dasein haben. Allein die Eltern find sich diesesVerhältnisses in höherem Grade bewußt, als die Kinder, und dasBand, welches den Urheber eines andern Daseins mit dem von ihmErzeugten verbindet, ist ein weit innigeres, als dasjenige, welchesdas Geschaffene mit seinem Schöpfer verbindet. Denn das, wasaus dem Ganzen als Theil stammt, ist dem, wovon es stammt, alsEigenthum verwandt und zugehörig, wie z. B. ein Zahn, ein Haaru. s. w. zum menschlichen Organismus gehört, aber umgekehrtgehört der letztere entweder gar nicht oder doch nur in geringeremGrade dem aus ihm erwachsenen Theile an. Auch durch die größereLänge der Zeit sind die Eltern enger mit den Kindern verbunden,als die Kinder mit den Eltern. Denn die Eltern lieben ihre Kindervom Augenblicke der Geburt an, diese aber lieben ihre Eltern erst,wenn sie an Alter vorgeschritten und zu Einsicht und Empfindunggelangt sind. Diese längere Beschäftigung mit ihren Kindern vonder Geburt an ist auch der Grund, wcßhalb die Mütter ihre Kindermehr lieben, als die Väter ^).
-) Vgl. oben Kap. Z, §. 4. — Der Sinn des Paragraphen ist: obgleichbei allen Freundschaften ein gewisses geordnetes Ilebereinkommcn hinsichtlich derRechte »nd Pflichten stattflndet, so iss dies doch bei manchen Arten von Freund-schaft überwiegend mehr, als bei andern, der Fall, nämlich bei allen denen,welche in Folge irgend einer bürgerlich-staatlichen Verbindung sich bilden. Diesebegreift Aristoteles unter der Bezeichnung der koinonischen Freundschaften,d. h. der politischen. S- Ltl,. Lullen,. VII, lv.
Die Gründe der größeren Mutterliebe entwickelt Aristoteles genauerunten Ix, Kap. 4. und Kap. 7. Auch EuripideS spricht diese Beobachtungaus in dem Fragmente eines seiner verlorenen Dramen <XVII, x. 484 «6.Lekk,: