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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Elftes Kapitel.

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Nachkommen und der (wahre und ächte) König über seine Unter-thanen das herrschende Element bildet.

3. Diese Freundschaften sind aber Verhältnisse der Ueberlegen-heit des einen Thcils über den andern. Daher werden denn auchdie Eltern geehrt^). Ebenso ist natürlich auch hier das Rechts-verhältniß unter beiden Theilen nicht eines und dasselbe, sondernverschieden nach der persönlichen Würdigkeit; denn ebenso ist es auchdie Freundschaft. 4. Und zwar besteht zwischen Mann und Fraudieselbe Freundschaft, wie in der Aristokratie; denn die Tugend(Tüchtigkeit) ist hier der Maßftab, dem Besseren wird das größereGut zu Thcil, und einem Jeden das ihm Angemessene. And ebensoist es auch mit dem Rechte. 5. Die Freundschaft unter Brüderndagegen ist der kameradschaftlichen^) ähnlich, denn sie sind Gleicheund Altersgenossen, und solche haben (meist) übereinstimmende Bil-dung 4) und Sitten. Ihrer Verbindung ist somit auch die timokra-tische ähnlich, denn in der timokratischen Verfassung ^) wollen dieBürger ebenfalls gleich und von gleichem Werthe sein, das Herrschenist somit auf jeden Einzelnen und in gleichem Maße vertheilt, undauf gleiche Weise natürlich auch die Freundschaft.

6. In den Ausartungen dieser drei Verfassungen dagegen istebenso, wie die Gerechtigkeit, auch die Freundschaft aufs engste be-schränkt, und am allerengsten in der schlechtesten derselben. Dennin der Tyrannis gibt es wenig oder gar keine Freundschaft. Dennwo der Herrscher und der Beherrschte gar nichts Gemeinsames haben,da ist auch keine Freundschaft möglich, weil ja auch kein Rechtsver-

2) Man ergänze: und nicht blos geliebt. Die Eltern zu ehren gebotschon ein Spruch deS Pythagoras (Via-. Naert. VIII, 23). Verehrung, Ehr-erbietung, ist das Einzige, was die Kinder den Eltern vergeltend für dieempfangenen Wohlthatcn darbringen können. S. unten Kap. >4, §. Z. undllristotella I, S. 150.

S. oben Kap. S.

"y Ich lese mit vier Handschriften BekkerS lstatt chuvnrrAkep)

und beziehe mich dafür auf da«, was Aristoteles weiterhin, Kap. 12 , §. 3S,Uber denselben Gegenstand sagt, wo er die Gleichheit der Erziehung undBildung unter Geschwistern als Bindemittel hervorhcbt.

D. h. in derRepublik", wo alle Bürger gleichberechtigt sind.