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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Achtes Buch.

zu Üben, welches doch vorzugsweise und am lobenswürdigsten gegenFreunde bewiesen wird? Und dann: wie könnte solche glücklicheLage wohl ohne Freunde behütet und bewahrt werden? Dennjegrößer das Glück, desto größer die Gefahren, die es bedrohen" ^).2. Andererseits, in Armuth und in sonstigen Mißgeschicken §) geltendie Freunde für die einzige Zuflucht. Sind wir jung, so helfen siedazu, uns vor Fehltritten zu bewahren; sind wir alt, so sind sie unszur Pflege und zur Aushülfe da, wo uns unsere Kraft zu unseremThun verläßt, eine Unterstützung, während sie uns in der Blütheunserer Kraft Helfer zu schönen Thaten sind (nach dem Ausspruchedes Dichters):

Gehn zwei Männer gesellt 2 )

Denn vereint ist man sowohl zum Erkennen, als zum Handelnbefähigter.

3. Ja es scheint, die Natur selbst hat sie uns eingepflanzt indem Verhältnisse des Erzeugers gegen das Erzeugte und des Er-zeugten gegen den Erzeuger, und zwar nicht allein bei den Menschen,sondern auch bei den Vögeln und bei den meisten Thieren. Sie hat

0) So wie Horaz singt: Oden II, 10, B. s12.

Wilder wird vom Wind die erhabne PinieAngebraust: hochragende Thürnie fallenSchwerer» Sturzes.

Goethe, Iphigenie IV, l:

Denken die HimmlischenEinem der ErdgebornenBiele Berwirrungen zu.

Dann erziehen sie ihm.

Daß in der Stunde der NothAuch die Hülfe bereit sei.

Einen ruhigen Freundl"

2) Homer, Ilias X, 224 ff. wünscht sich DiomedeS einen Begleiter zuseinem Unternehmen mit den Worten:

Gehn zwei Männer gesellt, merkt Einer ja mehr als der Andre,

Wie man die Sache gewinnt. Hat Einer allein auch wohl Einsicht.

Ist doch langsamer ftetS sein Sinn und beschränkter die Vorsicht.