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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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SiebenieS Buch.

Fall. Denn zufälliges äußeres Glück im Uebermaße ist sogarein Hinderniß (zur Glückseligkeit), und ich möchte ein solches garnicht mehrGlück" nennen; denn dieser Name kommt ihm nur zuin Bezug darauf, daß es zur Glückseligkeit beiträgt.

5. Ja auch der Umstand, daß alle Wesen, Thiere wie Menschen,der Lust nachstreben, ist eine Art von Beweis dafür, daß sie in ge-wisser Hinsicht das höchste Gut ist. Heißt es ja auch :

Menschenrede vergeht nie ganz, wenn viele sie reden

Unter dem Volk tauch sie ist selbst der Unsterblichen eineil

6. Allein da es weder eine und dieselbe Naturanlage, noch eine unddieselbe Disposition ist, welche die beste ist, oder als solche gilt, sostreben auch nicht Alle nach einer und derselben Lust, aber dochstreben Alle nach Lust. Vielleicht indessen ist die Lust, der sie nach-streben, oder die sie nennen würden, wenn man sie fragte, gar nichtdie, die sie meinen, sondern es ist eine und ebendieselbe. Denn dasGöttliche lebt doch gewissermaßen von Natur in Allem. Nur habendie körperlichen Genüsse den Namen Lust vorzugsweise zugetheilterhalten, weil die Menschen zumeist zu ihnen hin abschweifen, undalle an ihnen Theil haben. Weil also diese allein die allbekann-ten sind, so gelten sie in der Meinung der Menschen auch für diealleinigen.

7. Endlich liegt es auch zu Tage, daß, wenn Lust und (unge-hemmte) Thätigkeit nicht etwas Gutes wären, der Glückselige nichtlustvoll (angenehm) leben können würde. Denn wozu hätte er dieLust nöthig, wenn sie nicht ein Gutes wäre? er könnte ja auch un-lustvoll glückselig leben! Denn der Schmerz ist weder ein Uebcl,noch ein Gutes, wenn es die Lust nicht auch ist. Warum also sollteihn der Glückselige fliehen? Und doch ist ja offenbar das Leben desTugendhaften nicht angenehm, wenn seine Thätigkeiten nicht mitLust verbunden sind.

*>) HesivdWerke und Tage" 7SZ ff. Das WortVor populi vorDe!" hat hier seine Quelle.