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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Vierzehntes Kapitel.

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Vierzehntes Kapitel.

Wir haben letzt noch über die körperlichen Genüsse eine Be-trachtung anzustellen in Bezug auf die Ansicht, daß einige Genüssesehr wünschenswerth sind, wie z. B. die geistig edlen'), aber nichtdie körperlichen und die unter den Begriff der Unmäßigkeit fallenden.

2. Hier entsteht nämlich die Frage: warum sind die entgegen-gesetzten, d. h. die Schmerzempfindungen, üble? Denn dem Ueblenist doch das Gute entgegengesetzt. Oder sind die nothwendigenkörperlichen Genüsse nur darum gut, weil auch das Nicht-Schlechtegut ist? Bei allen denjenigen Dispositionen und Bewegungennämlich, bei denen ein Zuviel des Bessern nicht möglich ist, ist auchkein Zuviel der Lust möglich; überall hingegen, wo jenes, da ist auchdieses möglich. Nun ist aber im Gebiete der körperlichen Güter einZuviel möglich, und der Schlechte ist schlecht, weil er diesem Zuvielnachtrachtet, nicht weil er den körperlichen Genüssen, so weit sienotwendige find, nachtrachtet. Alle Menschen nämlich haben ihreLust an guten Gerichten und Weinen und an Liebesgenuß, nur daßsie dabei nicht immer das gehörige Maß halten. Entgegengesetzt isteS mit dem Schmerz, denn hier flieht der Mensch nicht das Ueber-maß, sondern den Schmerz überhaupt; der Schmerz ist nämlich nichtdas dem Uebermaße Entgegengesetzte, außer für den, der dem Ueber-maße nachtrachtet ^).

3. Jedoch der Philosoph hat nicht bloß die Pflicht, die Wahr- Kap.heit auszuzetgen, sondern auch die Ursache des Jrrthums darzuthun. Best.Dadurch wird nämlich die Ueberzeugung verstärkt; denn wenn derGrund klar gemacht wird, wcßhalb etwas als richtig und wahr

>1 Aristoteles sagtdie schönen", was AspastuS erklärt:die aus derBethätigung der Tugend entspringenden".

-l D. h. Niemand empfindet Schmerz, wenn und weil er ein Uebermaßvon Lust entbehrt, außer eben der Unmäßige, der Zügellose. Sein Schmerzist aber kein wahrer, sondern ein guter, denn er ist der Gegensatz zu einerLust, welche übel ist-