Zwölftes Kapitel.
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— Die Ansicht aber, daß die Luft eine Art von Werden (Erzeu-gung) sei, beruht darauf, daß man es als ein Gutes im eigentlichenSinne ansieht, denn man meint, die Thätigkeit sei Werden (Er-zeugung), allein sie ist etwas Anderes.
-1. Was aber die Ansicht betrifft, daß die Lustgenüffe darumschlecht seien, weil gewisse Gegenstände derselben gesundheitsschädlichfind, so ist das ebenso, als wenn man sagen wollte: gewisse gesund-heitfördernde Dinge seien schlecht, weil sie den Geldbeutel angreifen.In dieser Beziehung freilich sind beide schlecht, aber doch sind sienicht deßwegcn schlecht, denn selbst das philosophische Spekulirengreift bisweilen die Gesundheit an. — 5. Und doch ist weder derKlugheit, noch irgend einer andern Fertigkeit das respektive vonihnen kommende Vergnügen hinderlich, sondern nur die fremd-artigen, denn die Genüsse, deren Quelle die Spekulation und dasLernen sind, werden uns vielmehr nur noch eifriger im Spekulirenund Lernen machen.
6. Was aber die Behauptung anlangt, daß es keine einzigeLust gebe, welche „Sache der Kunst" sei, so hat dies allerdings seinewohlbegründcte Richtigkeit; cs gibt nämlich auch keine Kunst irgendeiner andern einzelnen Bethätigung einer Kraft, sondern nureiner Fähigkeit. Und doch nimmt man allgemein an, daß dieSalbenbereitungskunst und die Kochkunst cs mit dem Vergnügen zuthun haben ^).
7. Was endlich die Behauptung ^) betrifft, daß der Mäßigedie Lust fliehe, und der Vernünftige eben nur nach einem Leben ohneSchinerzaffektion trachte ^), während die Kinder und die Thiere be-
2, Ei» heiterer „Kathederwih" des Philosophen, der mit demselben aufseine bekannte schwächliche Gesundheit ls. Stahr ^.ristotella Th- I, S. ISl)anspielt.
''> Sine scherzhafte Wendung, die selbst jenes so eben als richtig Zugc-gebene wieder auf heitere Weise in Frage stellt durch den populären Hinweisans die Kochkunst und andere sinnliche Gennßkünste.
4s ES ist von derjenigen Begründung der Ansicht, daß die Lust kein Gutsei, die Ncde, welche Aristoteles im elften Kapitel dieses Buchs §. 4—5 vor-g-tragen.
2) Dies ist Platons Ansicht im Dialog PhilebuS, wo dasjenige Leben