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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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Siebentes Buch.

der Disposition führen, nur beziehungsweise angenehm. DasGute als Thätigkeit betrachtet hat es aber zu thun mit Stillung derBegierden, welche durch eine mangelhafte Disposition und Natur-beschaffenheit entstehen. Denn es gibt auch Genüsse, denen keineUnlustempfindung und keine Begierde vorangeht, wie z. B. dieGenüsse, welche die reine philosophische Spekulation gibt, wobeiunser natürlicher Mensch keinen Mangel empfindet.

Zur Bestätigung dieses Unterschiedes dient die Erfahrung, daßder Mensch nicht an einer und derselben Sache während und nachder Erfüllung und Befriedigung des natürlichen Bedürfnisses Genußempfindet, sondern nach der Befriedigung nur an den schlechthinangenehmen Dingen, während derselben dagegen selbst an solchen,die davon das Gcgentheil sind. In dem letztem Falle genießt erz. B. selbst Saures und Bitteres mit Lust, Dinge, die weder seinerNatur, noch absolut angenehm find, so daß sie also auch keine natür-lichen oder allgemein lustgewährenden Genüsse sein können. Dennso, wie sich die angenehmen Dinge zu einander verhalten, so verhal-ten sich auch die von ihnen kommenden Genüsse.

3. Ferner: es ist keine Nothwendigkeit, daß irgend ein anderesbesser sei, als die Luftempfindung, wie einige Philosophen sagen:der Endzweck stehe höher, als das Werden'); denn die Genüsse sindnicht im Werden, ja nicht einmal alle mit einem Werden verbunden,sondern cs gibt auch solche, die Thätigkeiten und Endzweck sind.Auch kommen sie uns nicht von Dingen, welche werden, sonderndavon, daß wir uns derselben bedienen. Ebenso ist auch nicht beiallen der Endzweck etwas Anderes, als sie selbst, sondern nur beidenen, die wir uns zur Befriedigung des Naturbedürfniffes zuführen.Darum ist es auch nicht richtig, die Lusteine sinnlich wahrnehm-bare Erzeugung" zu nennen, sondern es ist vielmehr zu sagen, sie seiThätigkeit der naturgemäßen Disposition, und statt des Prädikatssinnlich wahrnehmbar" muß man vielmehr setzenungehinderte".

Der Schluß, daß das Vergnügen nicht das höchste Gut sein könne,weil das Vergnügen ein Werden, ein Erzeugen von etwas sei, der Ursprung,das Werden eines Dinges nie etwas so Gutes sein könne, als der Endzwecklind die Vollendung desselben dieser Schluß ist kein nothwendiger". Garoe.