Zwölftes Kapitel.
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Einsicht, und zwar um so mehr, je stärker sie auf den Menschenwirken, wie z. B. die sinnliche Liebe; denn keiner, den sie in ihrenBanden halte, vermöge in solchem Zustande irgend etwas richtig zudenken". Ferner sagen sie: „es gibt keine Kunst des Vergnügens,und doch sei jedes Gute ein Werk der Kunst". Und endlich: „Kin-der und Thiere seien es, welche nach den Lustempfindungen strebten."
5. Für die Ansicht ferner, daß nicht alle gut seien, führt manals Beleg an, daß cs auch schändliche und allgemein getadelte Lust-empfindungen gebe, sowie auch schädliche, denn manche Lustgenüsseführten Krankheiten herbei. — Für die Ansicht endlich, daß die Lustnicht das höchste Gut sei, gilt als Grund, daß die Lust nicht er-füllter Zweck, sondern nur Werden sei.— Dies sind also etwadie herrschenden Ansichten.
Zwölftes Kapitel.
Allein daß aus alle dem noch nicht folgt, daß die Lust kein Kap.Gut, oder daß sie nicht das höchste Gut sei, wird sich aus Folgendem Best,ergeben.
Zuerst: da das Gute eine doppelte Auffassung zuläßt, — in-sofern es theils ein absolut Gutes, theils ein nur beziehungsweisefür den oder jenen Gutes ist — so werden sich darnach auch dieNaturen und die Dispositionen, also auch die verschiedenen Artender Bewegung und des Werdens richten, und zwar werden die,welche für schlecht gelten, theils im absoluten Sinne schlecht sein,theils für gewisse Personen nicht, sondern für dieselben vielmehrerwählenswerth; wogegen es andere geben wird, welche auch nichteinmal für irgend eine bestimmte Person absolut gut sind, sondernnur irgend einmal und auf kurze Zeit, erwählenswerth aber garnicht. Andere sind gar nicht einmal Genüsse, sondern haben davonnur den Anschein, nämlich alle die, welche in Begleitung einesSchmerzes und als ärztliche Kurmittel auftreten, wie z. B. die Lust-empfindungen der Kranken.
2. Sodann: da das Gute theils Thätigkeit, theils Dispositionist, so sind alle einzelnen Bethätigungen, welche zur Konstituirung