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Siebentes Buch.
Elftes Kapitel.
Kap. Wir kommen zu der Untersuchung über Lust und Schmerz.
Ben. Sie ist Ausgabe des Philosophen, welcher die Wissenschaft vomStaate behandelt, denn dieser ist der Architekt'), welcher den End-zweck aufstellt, in Anbetracht dessen wir dies gut und jenes bösenennen. — 2. Ueberdieß gehört diese Untersuchung zu den nothwen-digen Theilen der Ethik; denn wir haben oben^) die ethische Tugendund das ethische Laster in Beziehung gesetzt auf die verschiedenenEmpfindungen von Lust und Schmerz, und von der Glückseligkeitsagt man ziemlich allgemein, sie sei mit Lust verbunden, weßhalbman denn auch die griechische Benennung des Glückseligen, welchemsknrios lautet, von dem Zeitwerte sich freuen, welches griechischclinirein lautet, abgeleitet hat.
3. Nun sind einige Philosophen der Ansicht, daß überhauptkeine Art von Lust ein Gut sei, weder an und für sich, noch zufälligund beziehungsweise, denn Lust und Gut seien niemals dasselbe.Andere dagegen meinen, einige Lustempfindungcn seien allerdingsgut, die große Mehrzahl derselben aber sei schlecht. Dazu gesellt sichnoch eine dritte Ansicht, welche dahin geht: wenn auch alle Lust-cmvfindungen gut wären, so könne es doch darum noch immer un-möglich sein, daß Lustempfindung das Beste (das höchste Gut) sei.
L. Dafür, daß sie überhaupt gar kein Gut sei, dient als Grund, -daß alle Lustempfindung ein durch die Sinne empfundenes Werdenist zu dem, was die Natur zu ihrer Ergänzung fordert ^); nun abersei kein Werden verwandt mit den Endzwecken, z. B. kein Baummit dem Hause. Ferner sührt man an: „der Mäßige vermeide alleLüste", und „der Verständige trachte nach Schmerzlosigkeit, nichtnach Lustempfindung". Ferner: „die Lustgenüsse behindern die Helle
') S. die zweite Anmerkung zum ersten Kdpitel des ersten Buchs.
2) S. II, Knp. 3, §. i.
3) S. Biese II, S. 37V. — Aristoteles bekämpft hier die Lehre Platvn's.S. die Auslegung.