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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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Zehntes Kapitel.

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So wvllt'S die Stadt, die nie sich kümmert nm Gesetz!

Der Schlechte dagegen gleicht einer Bürgerschaft, die zwar ihreGesetze in Anwendung bringt, aber deren Gesetze schlecht sind.

L. Mit Unenthaltsamkeit und Enthaltsamkeit ist immer einesolche Disposition gemeint, welche über die allgemeine der großenMasse hinauSgeht, ich will sagen: der Eine verharrt standhafter,der Andere minder standhaft bei seinem vernünftigen Vorsatze, alses die große Masse der Menschen vermag. Leichter heilbar unterden verschiedenen Arten von Unenthaltsamkeit ist die, welche in derTemPeramentsheftigkeit ihren Grund hat, als die, wo die Menschenzwar richtige Entschlüsse fassen, aber nicht bei denselben beharren ^),und leichter heilbar sind ferner die aus Angewohnheit Unenthalt-samen, als die, bei denen es Naturfehler ist. Denn Gewohnheitläßt sich leichter umwandeln, als Natur. Ja die Gewalt, welche dieGewohnheit hat, kommt eben nur daher, weil sie (die Gewohnheit)der Natur ähnlich ist, wie denn auch Euenos von ihr singt ^):

Glaube mir. Freund, sie ist nichts als lange Uebung, und darum

Wird sie selber zuletzt zur Natur den sterblichen Menschen.

5. Hiermit ist nun entwickelt, was Enthaltsamkeit ist und wasUnenthaltsamkeit, was Festigkeit und was Weichlichkeit, und wiesich diese Dispositionen zu einander verhalten.

uns Nachrichten ausbehaltcn hat. Der SpvttverS. welchen Aristoteles hier an-führt, scheint auf die Athener gemünzt gewesen zu sein.

Bgl. oben Kap. 7, §. I. und §. 5ü.

b) EuknvS aus ParoS, der Aeltere, ein griechischer Spruchdichter, Zeit-genosse des Sokrates, dessen Aristoteles auch in der Metaphysik V, Kap. s,§. 3. gedenkr. S. Ulrici, Geschichte der Hellen. Dichtkunst N, S. L76. undSchwegler, Commenkar zur Metaphysik des Aristot. S. 203.

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