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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Siebentes Buch.

Verwundern« und unseres Tadels, der sich von solchen Lust- oderSchmerzempfindungen, denen die große Masse der Menschen zu wider-stehen befähigt ist, überwinden läßt, und ihnen zu widerstehen sichunfähig erweist, vorausgesetzt, daß nicht ein natürlicher Erbfehler,oder eine Krankheit daran Schuld ist, wie z. B. bei den Königender Scythen?) die Weichlichkeit ein Erbfehler sein soll, oder wiedas weibliche Geschlecht im Verhältniß zum männlichen geartet ist.

7. Gemeinhin wird auch der Kindisch-Ausgelassene als einUnmäßiger" angesehen; er ist aber vielmehr ein Weichling. DerScherz ist nämlich Ausspannung, insofern er Erholung ist, und derKindisch-Ausgelassene gehört zu denen, welche in dieser Beziehungdas Maß überschreiten.

8. Was aber die Unenthaltsamkeit betrifft, so gibt es zweiArten derselben; die eine ist Uebereilung, die andere Schwäche.Entweder nämlich haben solche Menschen vorher mit sich Rath ge-pflogen, bleiben aber nickt bei dem Resultate solcher Ueberlegungstehen, weil die Leidensckaft sic sortreißt, oder sie haben nicht vorherüberlegt, und lassen sich deßhalb von der Leidenschaft leiten. Einigenämlick machen cs wie die, welche sich vorher selbst kitzeln, um kei-nen Kitzel durch Berührung von einem Andern zu empfinden ^): siebemühen sich nämlich ebenso, sich die bevorstehenden Eindrücke schonim Voraus zu vergegenwärtigen, ihren Blick auf sie zu richten, fickselbst und ihr vernünftiges Urtheil schon vorher zu erwecken, undsichern sich so dagegen, der Leidenschaftzu unterliegen, mag die-

war, dessen Seneca (Ueber den Zorn II. 2) und Plutarch (vom Glücke Alexan-ders N. 2) und Leben des Demetrius (Kap. 53) gedenken). Wir wissen vondieser TageSgefchichte nichts Weiteres.

7) Worin 'dieseWeichlichkeit" der Scythenkvnige bestanden

haben soll, wissen wir uicht. Vielleicht spielt Aristot- an auf das, was Hero-dot I. lV5 von einem krankhaften Erbfehler der Scythen erzählt.

8) D- h. ein Mensch, der aus Allem einen Scherz und ein Spiel macht.

2) Aristotel. Problem. XXV. 6: ..Niemand kann sich selbst kitzeln. War-um? weil er vorher darauf gefaßt ist. Denn auch daö Kitzeln durch einenAndern empfindet man in solchem Falle weniger".

10) ist hier die leidenschaftliche Empfindung, der heftige Eindruck,

den etwas hcrvorbringr.