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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Viertes Kapitel.

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(dafür, daß wir die Unenthaltsamkeit im absoluten Sinne von demin einem besondern Bereiche Unenthaltsamen unterscheiden) liegtdarin, daß die Unenthaltsamkeit im eigentlichen Sinn nicht nur alsein bloßer Fehler, sondern als Lasterhaftigkeit, sei es absolute odervartielle, getadelt wird, während Einer, der sich in Geldsachen, inLiebesgenuß u. s. w. nicht beherrschen kann, niemals lasterhaft heißt.

3. Die Sache ist die: wer in dem Gebiete jener körperlichenGenüsse, auf welche sich die Tugend der Mäßigkeit und das Lasterder Unmäßigkeit beziehen, das Uebermaß des Genusses verfolgt, undebenso übermäßig das Schmerzhafte, wie Hunger, Durst, Sonnen-wärme, Kälte und alles, was den Tast- und Geschmackssinn betrifft,flieht, nicht in Folge seines eigenen freien Vorsatzes, sondern gegendenselben und gegen seine richtigere Einsicht, der heißt selstbeherr-schungslos (unenthaltsam) schlechthin, ohne den Zusatz:in Bezugauf das und das", etwa in Bezug aus Zorn. 4. Dafür sprichtauch, daß die sprachliche BezeichnungWeichling" sich nur auf diesesinnlichen Dinge bezieht, nie aber von solchen gebraucht wird, diedem Eigennutze, dem Ehrgeize, dem Zorne u. s. w. nicht widerstehenkönnen. Dieser Umstand, nämlich daß beide es gewissermaßen mitdenselben Reizungen der Lust und der Unlust zu thun haben, ist auchDie Ursache, weßhalb wir die Ausdrückeunenthaltsam" undun-mäßig",enthaltsam" undmäßig" häufig ohne Unterschied setzen,während uns dies aus jenem Gebiete nie passirt. Allerdings habennun zwar der Uncnthaltsame und der Unmäßige, sowie der Enthalt-same und der Mäßige es mit denselben Objekten zu thun, aber ihrVerhältniß dazu ist nicht dasselbe, sondern der Unterschied ist: dieEinen handeln vorsätzlich, die Andern nicht. Wir könnten daherrichtiger sagen:unmäßig" ist und heißt vielmehr der, der ohne eineihn bestimmende sinnliche Begierde, oder doch nur in geringem Maßevon Begierde getrieben, doch das Vergnügen übermäßig verfolgt undselbst kleine Schmerzen flieht, als derjenige, welcher ebendasselbe

mit kurzem ö gesprochen und geschrieben. Das Ganze ist ein vielleicht spätereingeschalteterKathederwitz" und bezieht sich aus einen, wie es scheint, zurZeit, als Aristoteles diese Vorlesungen hielt, kürzlich vorgckvinmenen Vorfall.Dieser Anthropos bekam davon den Zunamen:der olympische Sieger".Aristoteles' Ethik. 18