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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Siebentes Buch.

sein besseres Wissen unenthaitsam sein und dos Schlechte thun kann)noch auf folgende, auf die Natur des Menschen basirte, Weise inBetracht nehmen; nämlich so: dieMeinung" betrifft theils etwasAllgemeines, theils ist sie Meinung in Betreff auf dies und jenesEinzelne, das bereits von der Empfindung beherrscht wird *>). So-bald nun aus beiden eine wird, so folgt daraus mit Nothwendigkeit,daß im Bereiche der Theorie die Seele die Schlußfolgerung bejaht,und daß andererseits der Mensch im Bereiche des Praktischen dieSchlußfolgerung in Handlung übersetzt. Z. B. wenn der allgemeineSatz lautet:von allem Süßen muß man kosten", und wenn an-dererseits im Besondern feststeht:dies einzelne Ding da ist süß",so ist die nothwendige Folge, daß ein Mensch, wenn er dazu imStande ist und durch nichts daran verhindert wird, sofort denallgemeinen Satz in dem einzelnen Falle praktisch anwendet.10. Wenn nun also einem Menschen einerseits die allgemeine Mei-nung inncwohnt, welche den Genuß verbietet, andererseits aber auchdie, Laßalles Süße angenehm ist", und daßdiese bestimmteSache süß ist" - welche letztere das spezifisch Wirksame ist, undwenn dann zufällig Begierde über ihn kommt, so mag immerhinjene erste, das Allgemeine betreffende, Meinung ihm zurufen: dumußt dich davor hüten! Die Begierde reißt ihn doch fort; denn siewirkt auf alle einzelnen Theile und setzt sie in Bewegung. Und so

b; Berat. Aristoteles: von der Seele II, Kap. 5, vgl. Kap. 2. Biese I,S. 320 ff.

7) Biese II, 3L7 erklärt diese Stelle so:Es kann bei der richtigenErkcnntniß des Allgemeinen das handelnde Subjekt mit derselben in Beziehungauf den besondern Fall in Widerspruch geratheu. Da die Handlung einenvollständigen Schlußsatz darstellt, so ist es möglich, daß der Unrersatz zu demObersah ij xaAoXoo clo^cr oder in ein unrichtiges Berhälrniß tritt

und somit der Schlußsatz falsch wird. Z. B. kann nach einer allgemeinenMaxime das Süße als für die Gesundheit nachtheilig untersagt werden; fürden einzelnen Fall tritt aber die Begierde ein und schiebt einen andernObersah unter, nämlich den, daß das Süße angenehm ist; und da nun derBestimmungsgrund zur Handlung sowohl von der vernunstlosen, als auch vonder vernünftigen Thätigkeit der Seele auSgehen kann, so entsteht hier eil:Widerstreit. Der »»enthaltsame folgt der sinnlichen Begierde, und diese,nicht die Vorstellung (Meinung;, ist das der richtigen »eberlegung Wider-strebende".