Dritte« Kapitel.
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gemeinen macht es einen Unterschied, ob dasselbe etwas von ihm(dem Menschen) selbst, oder von einer Sache aussagt; z. B. „AllenMenschen ist das Trockene heilsam" und „dieser ist ein Mensch",oder: „trocken ist das und das". Hier kann nun der Fall Vorkom-men, daß Einer im speziellen Falle die Kenntniß, ob diese besondereSache von jener Art (z. B. trocken) ist, entweder nicht besitzt, odersein Wissen grade im Augenblicke nicht energisch präsent hat. InGemäßheit dieser Beziehungen wird sich ein unermeßlicher UnterschiedHerausstellen, dessen Resultat ist, daß auf die eine Weise das „Wis-sen" (und doch irren) durchaus nicht ungereimt ist, während es aufeine andere Weise unbegreiflich sein würde.
7. Endlich: außer den bisher von mir aufgezählten Bedeutun-gen des Ausdrucks, Wissen oder Wissenschaft haben, gibt es nocheine andere Weise, in welcher das Wissen dem Menschen innewohnt.Das Haben, aber nicht Anwenden des Wissens begründet nämlichden Unterschied des menschlichen Habitus (der k§tg), dem zu Folgeein Mensch in gewisser Hinsicht sehr wohl das Wissen zugleich habenund nicht haben kann, wie das z. B. bei dem Menschen im Zustandedes Schlafs, des Wahnsinns oder des Weinrausches der Fall ist.Run aber, in solcher Verfassung befinden sich ja eben die Menschen,sobald sie unter der Herrschaft von Leidenschaften stehen! DennZornaufwallungen und fleischliche Liebesbegierden und manche ähn-liche Leidenschaften verändern ganz offenbar die Disposition desKörpers, ja sie bringen in manchen Fällen sogar Zustände desWahnsinns hervor. ES ist also klar, daß wir den Zustand derUnenthaltsamen dem Zustande jener ähnlich nennen müssen. —
8. Daß sie dabei aus ihrem Wissen heraus sehr vernünftige Redenführen können, beweist nichts; denn auch Menschen in jenen obengenannten Zuständen führen Sentenzen und Verse des Empedoklesim Munde; und ABCSchüler reihen zwar Sätze an einander, wissenaber noch nicht, was dieselben bedeuten, denn diese müssen erst inihnen selbst Fleisch und Blut werden, und dazu gehört Zeit. Manhat also das Reden der Menschen im Zustande der Selbstbcherr-schungslosigkeit mit dem Reden der Schauspieler auf. der Bühnegleichzustellen.
9. Man kann aber auch die Ursache (warum Jemand gegen