Drittes Kapitel.
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beiden? und ferner, ob die Begriffe „enthaltsam" (sich selbst be-herrschend und charakterfest 2) eine und dieselben oder vebschieden sind.
An diese Frage werden sich ebenso noch andere, dieser Betrachtungverwandte Punkte knüpfen.
2. Der Schwerpunkt der Untersuchung ist in der Frage ent-halten : liegt das Unterscheidende des Enthaltsamen und des Unent-haltsamen in den Gegenständen, worin sie sich zeigen, oder in derArt und Weise, wie sie handeln? Ich will sagen: wenn Jemandunenthaltsam oder enthaltsam heißt, heißt er so allein darum,weil er sich bei der und der Sache enthaltsam oder unenthaltsambenimmt? oder, weil ec sich bet jeder Sache auf die und die Artbenimmt? oder endlich, ist auch dies nicht richtig, sondern heißt erso, weil beides in Betracht kommt? Sodann kommt die Fragein Betracht, ob die Unenthaltsamkeit und die Enthaltsamkeit sichauf Alles bezieht oder nicht. Denn was den absolut Unenthaltsamenanlangt, so umfaßt der Bereich der Gegenstände, in denen er sichals solchen bezeigt, nicht alle möglichen Dinge, sondern nur eben die,in welchen sich der Zügellose als ein solcher zeigt; und zweitens istsein Bezug aus die Gegenstände nicht ein absoluter — denn sonstwürde Unenthaltsamkeit identisch sein mit Zügellosigkeit — sondernein ganz besonders bestimmter. Denn der Eine (der Zügellose,Unmäßige) wird durch seinen Vorsatz zu seinem Thun geführt, weiler der Ansicht ist, man müsse immer dem nachgehen, was sich alsVergnügen augenblicklich darbiete; der Andere dagegen hat dieseAnsicht zwar nicht, geht aber der sinnlichen Lust dennoch nach.
3. Was nun die von einigen Philosophen hierbei geltend ge- Kap.machte Lösung betrifft: daß es nur eine subjektiv wahre Meinung, Best,nicht wirkliches Wissen sei, gegen welche der Unenthaltsame sich ver-fehle, so macht diese Unterscheidungsweise keinen Unterschied. Dennauch unter denen, welche bloß eine subjektive Meinung haben, sindmanche, die keinem Zweifel Raum geben, sondern die Sache gatzzgenau zu wissen vermeinen. — 4. Wenn also die schwache Ueber-
2) Griechisch -e«(>rkx>txotz, d. h. Einer, der Ausdauer besitzt, lieber dieFratze selbst s. Kap. 7, §. l dieses Buchs.
Gegenstand und Handlungsweise.