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Siebentes Buch.
Selbstbeherrschung thut^); denn sein Fehler ist leichter zu heilen,weil sich seine Ueberzeugung ändern läßt. Der Selbstbcherrschungs-lose dagegen steht unter dem Gesetze jener Wahrheit, welche wirdurch das bekannte Sprüchwort ausdrücken: „Wenn das Wassererstickt, was soll man dann hinterher trinken?" Denn wenn ervorher nicht gewußt hätte, was das sei, was er thut, so würde er,sobald man ihn überzeugt hätte (daß es schlecht sei), davon abge-lassen haben. Nun aber weiß er sehr wohl, was das Rechteist,und handelt doch anders. — 11. Endlich: wenn Selbstbeherr-schungslosigkeit und Selbstbeherrschung bei allen Dingen stattfinden,wer ist dann der Sichselbstbeherrschende im absoluten Sinne? Dennkein Mensch vereinigt doch in sich alle Arten von Selbstbeherr-schungslosigkeit. Und doch behaupten wir, daß gewissen Menschendie Bezeichnung selbstbeherrschend iw absoluten Sinne zukomme.
Kap- 12. Diese und ähnliche sind also die Schwierigkeiten, die sich
Be», uns bet dieser Materie ergeben. Von ihnen werden wir die einenzu beseitigen haben, die andern stehen lassen müssen; denn dieAuflösung einer Schwierigkeit ist zugleich Auffindungder Wahrheit.
Drittes Kapitel.
Die erste Frage also wird sein: hat der Unenthaltsame ^ einWissen von seinem Thun oder nicht, und in welcher Weise hat erein Wissen davon? Die zweite Frage wird lauten: welcher ArtGegenstände find es, auf welche wir die Begriffe unenthaltsam undenthaltsam zu beziehen haben? ich meine, ob auf den ganzen Um-fang von Lust und Schmerz, oder aus gewisse besondere Arten von
b, Vgl. weiterhin Buch VIII, Kap. 8, §. 4.
p) Wenn es eben so viele Arten von beiden gibt, nlS eS Gegenstände undNetze der Sinnlichkeit gibt. Garve.
*) Der Unenthaltsame aus Mangel an Selbstbeherrschung (ofein Gegensatz ist der sich selbst in der Gewalt habende (o Ent-
haltsame. Die Übersetzung wechselt mit den Ausdrücken ab.