Erste« Kapitel.
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der thierisch rohen hinstcllt. Denn so wie die Begriffe Schlechtigkeitund Tugend auf ein Thier keine Anwendung finden, so können sieauch nicht von einem Gotte prädizirt werden, sondern die Voll-kommenheit des letztern ist höher als menschliche Tugend und dieSchlechtigkeit des erstern ist eine von der menschlichen durchausverschiedene.
3. So wie nun aber bekanntlich ein „göttlicher Mann" —eine Benennung, welche die Lakonen lieben, wenn fie ihre besondereBewunderung für Jemand ausdrücken wollen — selten vorkommt,so ist auch der thierischrohe (der bestiale) Mensch unter den Men-schen eine seltene Erscheinung. Solche Bestialität findet sich vor-zugsweise nur bei den Barbaren, fie entsteht aber manchmal auchdurch Krankheiten und Verstümmelungen. In allen sonstigen Fällengeben wir nur solchen Menschen, die sich durch Schlechtigkeit auS-zeichnen, diesen Ekelnamen.
L. Auf diese Art von Gemüthsdispofition werde ich indessenspäter noch einmal zurückkommcn^), und von der Schlechtigkeit istbereits früher gehandelt worden. Jetzt aber muß ich von der Un-enthaltsamkeit, Schwachheit und Ueppigkeit und von der Selbst-beherrschung und Festigkeit reden; denn man hat fie weder fürBeschaffenheiten zu halten, die mit der Tugend und dem Laster iden-tisch find, noch für eine absolut verschiedene Gattung. — 5. Wirmüssen nun aber auch hier, so wie wir es bisher bei der andernMaterie gethan haben, zuerst die vor Augen liegenden Phänomenehinstcllen, daher dieselben von verschiedenen Seiten erwägen undauf diese Art wo möglich alle über diese Gemüthsaffektionen gängund gäben Meinungen und Ansichten, oder, wenn das nicht angeht,doch die meisten und wichtigsten aufzeigen. Denn wenn es uns ge-
Im Texte folgen hier noch die Worte: «tküox d. h.
„göttlicher Monn!" sagen fie- Ich halte dieselben für den müsslgen Zusatzeine« Leser« oder ,,Herausgeber«" in alter Zeit, der seine Kenntniß des dori-schen Dialekts, welcher etktvx statt Sktvx sagt, zeigen wollte. — Sachlich findetsich dieselbe Bemerkung über diesen Lieblingsausdruck der Lakonen bei Platonim Menon, und die Italiener haben ihn noch heute.
S. Kap. ft und Kap. S. h. e—7 diese« Buchs.