Siebentes Huck.
Erstes Kapitel.
Nach dem Abschluß der bisherigen Untersuchungen haben wirvon einer neuen Materie zu handeln, wozu wir uns durch einen an-dern Ausgangspunkt den Weg zu bahnen haben.
Dreierlei Dinge nämlich find es, welche auf dem ethischenGebiete zu vermeiden find: Schlechtigkeit, Unenthaltsamkeit undthiertsche Rohheit. Die Gegensätze der beiden ersten liegen klar zuTage, wir nennen sie Tugend und Selbstbeherrschung; als Gegen-satz zu der Rohheit aber paßt es wohl am besten, die über uns hin-ausgehende Tugend, d. h. eine so zu sagen heroische und göttliche,htnzustellen, wie sie Homer durch den Mund des Pnamos dem Hek-tar, den er als einen überaus tüchtigen bezeichnen will, zuschreibenläßt in den Worten'):
— schien er doch nimmer
Kind zu sei» eines sterblichen Manns, nein, Sohn eines Gottes.
2. Wenn also, wie die Dichter behaupten, aus Menschen Göt-ter werden durch Ueberschwenglichkeit von Tugend ?), so wird es diesittliche Beschaffenheit solcher Art sein, welche sich als Gegensatz zu
Ilms XXIV, 25 7.
2) Die Theorie von den christlichen „Heiligen" beruht aus dieser uralten„heidnischen" Anschauung.