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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Sechstes Buch.

Mittel, sondern daß der Mittelsatz (terminus msckius) falsch ist.Also auch das ist noch nicht die Wohlberathenheit, wenn man zwardas richtige Ziel erreicht, aber nicht durch die richtigen (von Ver-nunft und Sittlichkeit gebotenen) Mittel.

6. Ferner: der eine Mensch erreicht das richtige Ziel erst inFolge sehr langer Berathung, der andere dagegen sehr schnell. Alsoauch die Eigenschaft des Erstern werden mir noch nicht die wahreWohlberathenheit" nennen können; sondern diese ist vielmehr dieRichtigkeit der Berathschlagung, die hinsichtlich des Endzwecks aufdas Nützliche (Heilsame) und aus das sittlich Gebotene gerichtet ist,sich zu dessen Erreichung der sittlich richtigen Mittel und Wege be-dient, und im richtigen Augenblicke handelt.

7. Ferner gibt cs ein Wohlberathcnsein im Allgemeinen, undein solches, das sich aus einen bestimmten einzelnen Endzweck bezieht.Die elftere, allgemeine (absolute) ist diejenige, welche in Bezug aufden absolut letzten Zweck die richtige ist, die besondere und bedingtedagegen ist die, welche eben dieses Vcrbältniß nur in Bezug auseinen einzelnen untergeordneten Zweck hat. 8. Ist es nun be-kanntlich Eigenschaft der Klagen, woblbcrathen zu sein, so kann mansagen: die Wohlberathenheit ist Richtigkeit in Bezug dessen, waszum Ziele führt, uu Bereiche dessen, wovon die Klugheit die wahreund richtige Ansicht ist.

Zehntes Kapitel.

Kap. Auch die Verständigkeit und Wohlverständigkeit'), wonachBcn.man die Menschen Verständige und Wohlverständige') nennt, istnicht völlig eines und dasselbe mit Wissen und Meinen denn sonstmüßte man allen Menschen das Prädikatverständige" gebennoch ist sie irgend eine bestimmte Unterart der einzelnen Wissen-schaften, wie z. B. die Arzneiwissenschaft die Wissenschaft von dem,was gesund ist, und die Geometrie die Wissenschaft von den Größen

1) Ich lese mit Spengel (Comment. in Arist. Nhet. p. 24) Lvowr'kat«>!»d crla'rivsrovx.