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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Sechste« Buch.

tritt gleichfalls ein Stillstand ein. Allein diese Klugheit (Einsicht,Erkcnntniß) ist mehr Wahrnehmung, als Klugheit, während jeneeiner andern Gattung angehört ^).

Neuntes Kapitel.

Kap. Untersuchen und Berathschlagcn sind verschiedene Dinge; dasBest. Beratschlagen ist nämlich eine gewisse Art des Untersuchens. Wirmüssen nun seststcllen, was Wohlbcrathenheit ist, ob eine Wis-senschaft, oder Meinung, oder ein richtiger Takt, oder sonst etwasder Art.

2. Wissenschaft ist sie offenbar nicht; denn was man weiß,darüber stellt man keine Untersuchungen an, und was die Wohlbe-rathenheit anlangt, so ist dieselbe eine Art von Rath, wer aberberäth, der untersucht und räsonnirt. Aber ein richtiger Takt') istsie gewiß ebensowenig, denn dieser trifft das Richtige ohne Raison-nement und ist etwas Augenblickliches, zum Bcrathen aber brauchtman viel Zeit, und es heißt im Volksmunde:was du berathcnund beschlossen, thue schnell, doch zum Berathen selbst nimm dirWeile!" ?).

3. Man kann auch sagen, daß die Wohlbcrathenheit nochetwas Anderes ist, als das, was wir mit dem Worte(Scharfblick, Geistesgegenwart) ausdrücken, denn die letztere Geistes-eigenschaft ist eine Art von richtigem Takte ^). EineMeinung"

Wahrnehmung (al<rA>Mx>, von der hier die Rede ist, nicht über ein solche«Lehre, Thatsächliche, Einzelne (Dreieck) hinaus, sondern bleibt bei demselbengleichfalls stehe» (<rr^cksr«e rrctXkt), beruhigt sich dabei. Vgl. Biese I,4>g. Anmerk ; II. 244.

b) Biese:es findet hier mehr unmittelbare Wahrnehmung statt, alsbei der praktischen Klugheit, die durch Erziehung und Bildung schon mehrvermittelt erscheint '.

^ («aroc:ein glückliche« Errathen".

-') Das war auch einer von Kaiser AugustuS Wahlsprüchen. S- Sueton.August. Kap. 2S, wie er die Maxime des heutigen AugustuS in Paris ist.ä- Näher erläutert in Arist. Lnalyt. pvet. I, Z4.