Siebentes Kapitel.
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4. Wenn nun bekanntlich „gesund" und „gut" Dinge sind,die andere für die Menschen und andere für die Fische sind, die Be-griffe „weiß" und „grade" aber immer eines und dasselbe sind, klugaber etwas anderes^); dann sicher werden sie zugeben: „klug" seidas Wesen, welches eine richtige Einsicht habe in allen es selbst be-treffenden einzelnen Dingen und Fällen, und solche Dinge werdensie diesem Wesen gern anvcrtrauen. Darum nennt man auch mancheThicre klug / nämlich alle diejenigen, welche eine gewisse Fähigkeitzeigen, das, was zu ihrem Lebensunterhalt gehört, vorauszubeden-ken 2). So ist denn auch klar, daß die Weisheit nicht mit der poli-tischen Wissenschaft eins und dasselbe sein kann. Denn wenn maudas Wissen dessen, was uns selbst nützlich ist, Weisheit nennenwürde, so würde es mehrere Weisheiten geben müssen, denn es gibtnicht eine einzige Weisheit, welche das Gute aller lebenden Weseninsgesammt umfaßte, sondern solche Weisheit ist immer eine an-dere, je nachdem das Wesen, aus dessen Gutes sie sich bezieht, einanderes ist, sonst müßte cs auch für alle Wesen nur eine Heil-kunst geben. Auch der Grund: der Mensch sei doch das vorzüglichstealler lebenden Wesens, fällt nicht ins Gewicht; denn es gibt andereDinge, die viel göttlicherer Wesenheit sind, als der Mensch, wie, umgleich das Augenfälligste anzusührcn, die Himmelskörper^), auSdenen das Weltgebäude besteht.
Las ..Weise" — das erkannte Wahre ist immer ein und dasselbe, dasKluge aber. d. y. das erkannte Nützliche, ist bei jeder Gattung der Wesenverschieden. Garve.
b) SS ist von dem vraktischen Instinkt der Thiere die Rede. S. darüberAristot. INetaxbzta. I, Kap. I. §. 4. und daselbst Schwegler'S ConimentarTh. II, S. L —k.
V) Man setze hinzu: — und deshalb sei die Politik, d. h. die Wissen-schaft von dem, was für ihn tden Menschen) gut und nützlich sei, die höchsteWeisheit.
*0) Vgl. Biese I, 36 l ff., besonders aber II, S. 82. Nach Aristotelessind die Gestirne lebendige, beseelte und handelnde Wesen. Arist. lle coelo II,12 . — Ich weiß übrigens nicht, ob eS dem Aristoteles mit seinem im Textevvrgctrageden Sinwande völlig Ernst ist. da doch bekannt ist. daß nach seiner
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