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Sechstes Buch.
nicht mehr Gegenstand unserer Betrachtung ist, nicht zu wissen, obes noch ist oder nicht ist. Was also Gegenstand des Wissens ist, dasist nothwendig. Es ist also ewig, denn alles, was mit absoluterNothwendigkeit ist, ist ewig, alles Ewige aber ist unerschaffen undunzerstörbar.
3. Ferner: von jeder Wissenschaft gilt es, daß sie lehrbar, undvon jedem Wißbaren, daß es trennbar ist. Aller belehrende Unter-richt aber geschieht (durch Abbildung und Folgerung) aus vorherbekannten Begriffen, wie wir dies auch in der Analytik sogen,d. h. theils durch Induktion, theils durch Schließen. Nun ist be-kanntlich die Induktion Prinzip auch des Allgemeinen, wahrend dasSchließen dagegen Folgerungen aus dem Allgemeinen gibt. ESgibt mithin Prinzipien, aus denen das Schließen seine Prämissenhernimmt, welche nicht wieder durch einen Schluß bewiesen werdenkönnen. Hier tritt also die Induktion ein.
4. Die Wissenschaft ist also eine Fertigkeit im Demonstriren,wozu noch alle diejenigen näheren Bestimmungen hinzuzufügen find,welche ich in der Analytik angegeben habe^). Sobald nämlichJemand überzeugt ist, daß eine Sache so und so sei und ihm diehier in Frage kommenden Prinzipien bekannt find, so „weiß" er.Denn wenn diese ihm nicht in höherem Grade bekannt find, als dieConclusion 5), so wird er seine Wissenschaft nur zufällig haben. —So viel von der Wissenschaft.
Viertes Kapitel.
K-p. Zu dem, was sich auf mehr als eine Weise verhalten kann,Beft. gehört unter anderem auch sowohl das, was Gegenstand des hervor-' bringenden Machen«, als das, was Gegenstand des Handelns ist. —
ö) Ebendas. I, Kap. r.
5> D. h. wenn dir Prinzipien ihm nicht bekannt sind, und die Gewiß,heit seiner Ueberzeugana nicht au« der Gewißheit über die Prinzipien ent-springt. Garve.