Wertes Kapitel.
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2. Machen und Handlung') find nämlich zwei verschiedene Dinge— worüber wir uns auf das Zeugniß auch der unphilosophischen«xoterischen Ausdrucksweise berufen können. Mithin ist also auchdie Fertigkeit, mit Vernunft zu handeln, etwas anderes, als dieFertigkeit, mit Vernunft etwas hervorzubringen; darum ist auchnicht die eine in der andern enthalten. Denn das Handeln ist wederein hervorbringendes Machen, noch das Machen Handlung.
3. Wenn nun z. B. die Baukunst eine Kunst und so zu sagenFertigkeit ist, etwas mit vernünftiger Ueberlegung hervorzubringen,und wenn es einerseits keine einzige Kunst gibt, welche nicht eine mitUeberlegung etwas hervorzubringen geschickte Fertigkeit wäre, undandererseits keine solche Fertigkeit, welche nicht Kunst wäre, so kannman füglich sagen: Kunst und Fertigkeit, etwas mit bewußter rich-tiger Ueberlegung hervorzubringen, sind ein und dasselbe 2).
4. Alle und -jede Kunst hat es zu thun mit der Genefis, mitdem künstlerischen Ausführen und mit der Betrachtung, welche dar-auf gerichtet ist, daß und wie etwas entstehe, was sowohl sein, alsnicht sein kann, und wovon das Prinzip in dem Machenden undnicht in dem, was gemacht wird, liegt; denn die Kunst hat es wedermit Dingen zu thun, die aus Nothwendigkeit find oder werden, nochmit solchen, die von Natur find oder werden, denn diese haben ihrPrinzip, den Grund ihres Seins oder Werdens, in sich selbst.
5. Da nun, wie gesagt, Hervorbringen und Handlung zweiverschiedene Dinge sind, so muß nothwendig die Kunst in das GebietdeS Hervorbringens (MachenS) und nicht in das Gebiet der Hand-lung gehören. Und in gewisser Weise haben der Zufall
und die Kunst denselben Bereich von Gegenständen, wie denn auchAgathon sagt:
„Stets liebte Kunst das Glück, da« Glück die Kunst" 2).
i> Hervorbringung <7roky»tL> und Handlung, Thun t7rst«Ar>-2, Biese II, S. ZV und S. 2Z8.
„Ein glücklicher Wurf vermag in der Kunst oft mehr, als langes Nach-denken". Biese ll, S. 2Z8.