Fünftes Buch. Fünftes Kapitel.
175
Haus fünf Minen wert ist) oder auch — L; das Bett 0 sei derzehnte Teil vonL: so ergibt sich, wie viele Betten gleich sind einemHause, nämlich fünf. — 16. Offenbar war dies auch die Art undWeise, wie zuerst der Austausch geschah, ehe es Geld gab; dennes ist kein Unterschied, ob man fünf Betten für ein Haus gibt,oder den Geldwert der fünf Betten."
17. Was das Ungerechte und was das Gerechte ist, wäre alsogesagt. Aus den gegebenen Bestimmungen aber ergibt sich, daßdie Rechtschaffenheit" die Mitte ist zwischen Unrechtthun undUnrechtleiden, denn das erstere heißt mehr, das andere wenigerhaben, als einem zukommt. Die Gerechtigkeit" hingegen ist nichtein Mittelmaß in demselben Sinne, wie es bei den anderen Tugen-den der Fall war, sondern insofern sie das Mittlere hervorbringt,während die Ungerechtigkeit die Extreme hervorbringt. Undso ist einerseits die Gerechtigkeit diejenige Tugend, zufolge derender Gerechte ein Mensch heißt, der aus innerer Gesinnung undWahl das Gerechte thut und der in dem besonderen Falle das-selbe sowohl sich selbst in Beziehung auf einen andern, als einemanderen, gegenüber einem anderen, dasselbe zuteilt, nicht in derWeise, daß er von dem Guten und Vorteilhaften sich selbst dengrößer» und seinem Nächsten den kleinern Teil zuteilt und vondem Bösen und Schädlichen umgekehrt, sondern jedem nach dem
14. Ein Haus wird in diesem Beispiel ans 5—10 Minen, d. h. auf392,go, bzw. 785,^ Reichsmark veranschlagt, was wohl der Preis für einkleines Bürgerhaus zu Aristoteles' Zeit in Athen gewesen sein wird.
15. Die „Rechtschaffenheit" (mxoaoTigafta) ist wörtliche Übersetzungdes griechischen Ausdrucks, im Sinne von Bethätigung dessen, was Rechtist, durch Handeln.
16. „Die Gerechtigkeit ist eine Tugend, welche auf die Mitte über-haupt geht, und zwar nicht in der Weise, wie die zuvor betrachteten Tugen-den, welche die Mitte bildeten zwischen zwei entgegengesetzten Lastern.Der Gerechtigkeit steht nur ein einziges, die Ungerechtigkeit, gegenüber,welche den Extremen angehört, insofern sie in Rücksicht auf verschiedene
Personen das Zuviel und Zuwenig zugleich in sich schließt.-Die
Gerechtigkeit offenbart sich nur in der Mitte des Zuviel und Zuwenig,welches sich geltend machen will." Biese.