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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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163
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Fünftes Buch. Drittes Kapitel.

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fangenhaltung, Tötung, offene Beraubung, Verstümmelung,Schmähung, Beschimpfung.

Drittes Kapitel.

1. Da nun der Ungerechte der ist, welcher das Gesetz der Gleich- K-,p.heit verletzt, und das Ungerechte das Ungleiche, so folgt daraus, °daß es auch ein Mittleres des Ungleichen geben muß. 2. Diesaber ist das Gleiche; denn wo irgend in einer Handlung das Zu-viel und das Zuwenig stattfindet, da muß auch das Gleiche alsein Mittleres vorhanden sein. 3. Wenn also das Ungerechte einUngleiches, so muß das Gerechte ein Gleiches sein, und das giltdenn auch bei aller Welt auch ohne alle weitere philosophische Be-gründung für richtig. 4. Da ferner das Gleiche ein Mittleresist, so muß auch wohl das Gerechte ein Mittleres sein. Nun istaber das Gleiche ein solches, das wenigstens zwei Dinge voraus-setzt. Es muß also notwendig das Gerechte, insofern es ein Mitt-leres und Gleiches ist, bezogen sein erstens auf Dinge und zweitensauf Personen, und sofern es ein Mittleres ist, muß es ein Mitt-leres von etwas nämlich von Zuviel und Zuwenig sein;

insofern es ein Gleiches, muß es ein Gleiches von zweien Dingensein; und in sofern es endlich ein Gerechtes, muß es ein solchessein für gewisse Dinge und Personen. 5. Somit muß also dasGerechte wenigstens viererlei voraussetzen, denn der Personen, fürwelche es ein Gerechtes ist, sind zwei, und der Sachen, an denenes sich bewährt, zwei.

6. Ebenso wird die Gleichheit einunddieselbe sein, sowohlfür die Personen, als in betreff der Sachen, denn sowie sich diebeiden Sachen verhalten, so verhalten sich auch die Personen. Sinddiese nicht gleiche, so werden sie auch nicht Gleiches haben dürfen,vielmehr sind es gerade die Fälle, von welchen im bürgerlichenLeben alle Streitigkeiten und Anklagen entspringen, wenn nämlichentweder Gleiche nicht Gleiches oder Nicht-Gleiche Gleiches habenund sich zuteilen. 7. Dies ergiebt sich auch aus der Formelnach Verdienst und Würdigkeit". Nach der gemeinsamen Überein-stimmung aller Menschen soll nämlich die distributive Gerechtigkeit

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