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Aristoteles, Nikomachische Ethik.
in Beziehung auf wen anders sind sie dazu unfähig. — 16. Daseben ist es, weshalb der Ausspruch des Bi'as " für so treffendrichtig gilt: „Erst das Amt zeigt den Mann!" Dennim Amte " hat es einer nicht mehr mit sich und den Seinen allein,sondern mit den anderen Menschen und mit dem Staatsganzenzu thun.
17. Aus diesem selben Grunde" erscheint auch die Gerech-tigkeit als die einzige Tugend, welche ein anderen zu gute kom-mendes Gut ist sweil sie sich auf einen andern bezieht). Denn esist ein anderer, dem ihr Handeln zum Vorteil gereicht, sei es nunder Herrscher (in einer Monarchie) oder das gemeine Wesen."— 18. Der Schlechte ist nun zwar allerdings, der sowohl gegensich selbst, als gegen seine Freunde schlecht handelt, allein derbeste ist nicht der, der gegen sich selbst tugendhaft handelt,sondern der es gegen andere' thut. Denn dies letztere ist einschweres Ding.
19. Diese so gefaßte Gerechtigkeit also ist nicht ein Teil derTugend, sondern die ganze Tugend, und die ihr entgegengesetzteUngerechtigkeit ist nicht ein Teil der Schlechtigkeit, sondern dieganze Schlechtigkeit. — 20. Worin aber der Unterschied liegtzwischen der Tugend überhaupt und zwischen dieser so gefaßtenGerechtigkeit, ist aus dem Gesagten deutlich. Sie sind nämlichzwar im allgemeinen dasselbe, allein ihrem begriffsmäßig unter-schiedenen Sein nach sind sie nicht dasselbe, sondern die Tugend,insofern sie in Beziehung zu anderen hervortritt, rst Gerechtig-
13. Bias von Prie'ne bei Mile't, jener durch seine Weisheit be-rühmte Staatsmann der Ionier, hat unter all seinen weisen Aussprüchenkeinen bedeutenderen gethan, als diesen. — Ins Breite gezogen wieder-holt den obigen Spruch So'phokles in der Anti'gone V. 175—177.
14. Die genaue modern e Übersetzung des griechischen Worts (b «px"»)würde lauten müssen: „als Regent" oder „als Minister".
15. D. h. wegen dieser der Gerechtigkeit wesentlichen Beziehung aufandere. — Biese. Der eingeklainmerte Zusatz scheint nur aus einerRandbemerkung in den Text gekommen, denn er ist absolut unnötig.
16. Ich lese ?.vlvü, mit vielen Handschriften. Den Sinn erklärt dieVergleichung von Aristoteles, Politik 111, Kap. 5.