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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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Fünftes Luch

Erstes Kapitel.

Wir gehen jetzt über zu der Untersuchung über Gerechtig-keit und Ungerechtigkeit und zur Beantwortung der Fragen: Mitwelcher Art Handlungen haben sie es zu thun? Was für eine Artvon Mittelmaß ist die Gerechtigkeit und welches sind die Extreme,deren Mitte das Gerechte ist?

2. Wir wollen nun bei dieser unserer Untersuchung nach der-selben Methode * verfahren, wie bei den vorhergehenden. 3. Wirnehmen also wahr, daß alle Welt mit dem Worte Gerechtigkeitdenjenigen geistigen Ha'bitus bezeichnen will, infolge dessen dieMenschen zu gerechten Handlungen geschickt sind und infolge dessensie auch wirklich gerecht handeln und das Gerechte wollen, und daßman ebenso unter Ungerechtigkeit den Habitus versteht, zufolgedessen die Menschen Unrecht thun und das Ungerechte wollen. Wirlegen deshalb zunächst diese Erklärungen gleichfalls im allgemeinen

I. Diese Methode geht aus von der Untersuchung des empiristischeuSprachgebrauches, wie er sich im Munde des Volkes gebildet hat. Aufdiese vox populi hält Aristoteles viel; von ihr geht er aus, auf sie kommter überall in diesen Untersuchungen zurück. Wo ihn die Sprache im Sticheläßt, da merkt er die Lücken, das heißt die diefehlenden Be-

zeichnungen" an (z. B. II, Kap. 7, K 2; § 8 u. 11; III, Kap. 7, § 7;IV, Kap. 3, § 4 und 5; IV, Kap. 5, § 1; Kap. 6, § 9) und versucht, siezuweilen durch neue Wortbildungen auszusüllen. Vgl. Nieländer a.a. O. S. 13.