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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Viertes Buch. Achtes Kapitel.

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Achtes Kapitel.

Da nun aber im menschlichen Leben auch die Erholung ihreStelle hat und in dieser wieder eine mit heiterem Scherze ver-bundene Unterhaltung, so nimmt man an, daß es auf diesem Ge-biete ein gewisses taktvolles Umgangsbetragen gibt, welches seineRegeln hat über das, was man sagen und wie man es sagen undebenso was und wie man es hören soll. 2. Offenbar gibt esauch in diesen Dingen ein Übertreiben der richtigen Mitte undein Zurückbleiben hinter derselben. 3. Es gelten also z. B. die,welche auf dem Gebiete des Lachenerregenden zuviel thun, fürPossenreißer und Lästige, da sie immer und überall auf Lachwitzversessen sind und weit mehr darauf aus sind, Lachen zu erregen,als etwas Anständiges zu sagen und den Gegenstand ihrer spotten-den Bemerkungen nicht zu verletzen? Dahingegen Menschen, dieselbst nie ein komisches Wort über die Lippen bringen und, wennandere so etwas sagen, dazu sauer sehen, gelten für roh^ und un-gebildet. Die aber, welche taktvoll zu scherzen verstehen, heißengewandte Menschen, womit man ausdrücken will, daß sie sich gleich-sam nach allen Seiten der Laune mit Leichtigkeit wenden können,ohne anzustoßen. Denn solche taktvolle und geschmackvolle Scherzesieht man an für Bewegungen des sittlichen Geistes, und wie mandie Körper nach ihren Bewegungen beurteilt, so auch den sittlich-geistigen Charakter des Menschen. 4. Weil jedoch das Lächer-liche in der Welt eine große Rolle spielt und die meisten Menschenüber Gebühr an Scherz und Witzreden Wohlgefallen haben, sowird auch wohl den possenreißerischen Witzbolden der Name geistes-gewandter Menschen beigelegt, weil man sich an ihnen amüsiert,und doch ist zwischen beiden, wie aus dem Gesagten klar ist, einnicht geringer Unterschied.

1. Einen solchen schildert Home'r in der Figur des Therst'tes, s. J'liasII, 212 ff.

2. Die Franzosen nennen solchewilde" (äpplour), wie sie griechischheißen, sanvagss.