Viertes Buch. Siebentes Kapitel.
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„mitmachende", wenn er ohne alle weitere Nebenabsicht bloß daraufausgeht, den „Angenehmen" zu machen, ein „Allerweltsgefäl-liger"; wenn er es aber thut, um für seine Person dadurch einenVorteil an Geld oder Geldeswert zu holen, so ist er ein Schmeich-ler. Dagegen ist der, welcher gegen alle Welt und bei jeder Ge-legenheit das Rauhe herauskehrt, wie oben gesagt, ein Eigen-sinniger und Streitsüchtiger. Daß die beiden Extreme un-mittelbar einander entgegengesetzt zu sein scheinen, rührt daher,weil das zwischen beiden liegende richtige Mittelmaß keine eigeneBenennung hat.
Siebentes Kapitel.
1. So ziemlich auf demselben Gebiete bewegt sich ferner auchdiejenige Tugend, welche das Mittelmaß der Prahlerei bildet.Auch sie hat in der Sprache keinen Namen. Es ist aber nicht übelgethan, auch diese namenlosen Tugenden zu besprechen; denn durchsolches Eingehen auf die einzelnen Tugenden gewinnen wir jeden-falls mehr Einsicht in das Gebiet der Sittlichkeit und bestärken unsin der Überzeugung, daß die Tugenden mittlere Grade sind, durchden Gewinn der Einsicht, daß dies überall der Fall ist.
2. Was nun die Tugenden des geselligen Lebens betrifft, sohaben wir von den Charakteren, für deren Benehmen das Ange-nehme und das Unangenehme maßgebend sind, bereits gesprochen,und so wollen wir denn jetzt von denen reden, welche einerseitsder Wahrheit, andererseits der Lüge zugethan sind in Reden undHandlungen und in jedem, was sie affektierend in Anspruch nehmen.— 3. Hier nun gilt der Prahler für einen Menschen, der geneigtist, ehrenvolle Dinge für sich in Anspruch zu nehmen, die er entwedergar nicht oder doch nicht in dem affektierten Maße besitzt, während da-gegen der Jro'niker* * wieder das, was er von solchem besitzt, in Ab-rede stellt oder verkleinernd darstellt; — 4. der endlich, welcher dieMitte zwischen beiden hält und so zu sagen immer er selbst
1 Im Text ist dies ein Wort, «ü9ix«crroi, d. h. wörtlich: ein „Jm-mererselber".
* Der Laut, hinter dem das Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland ü'ber a'lles.rantzinlchilblschr B. gr.u.rüm.«l.;Bd.30; Lfrg.L9.) Aristoteles I. 10