Viertes Buch. Drittes Kapitel.
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gebührt. 20. Bei wem aber zufällig alles beides" vorhandenist, der wird in noch höherem Grade der Ehre wert geachtet. Men-schen dagegen, die ohne Tugend" solche Güter besitzen, sind wederselbst berechtigt, sich großer Dinge würdig zu halten, noch drücktman sich richtig aus, wenn man sie „Großsinnige" nennt, denn dasgeht nicht an ohne Tugend. — 21. Wohl aber sind es eben dieBesitzer solcher Güter, welche zu Hochmütigen und Übermütigenwerden. Denn ohne Tugend ist es kein leichtes Ding, die äußerenGlücksgüter mit sicherem Takte" zu ertragen. Menschen aber, dienicht im stände sind, sie so zu ertragen, und doch dabei vermeinen,über die anderen erhaben zu sein, verachten einerseits diese ihreNebenmenschen und lassen andrerseits ihr eigenes Handeln vonder Laune des Zufalls abhängen. Sie ahmen nämlich den Groß-gesinnten nach, ohne doch ihm ähnlich zu sein, und thun dies alsoda, wo sie dazu vermögend sind; sie lassen also die tugendhaftenThaten (des Großsinnigen) ungethan und verachten bloß ihreNebenmenschen. — 22. Allein wenn der Großgesinnte verachtet,so thut er es mit Berechtigung, — denn er beurteilt die Dingeund Menschen der Wahrheit gemäß, während die Masse (derAdelsstölzen und Geldsäcke) sich von zufälligen Eindrücken leitenläßt.
23. Der Großgesinnte ist ferner nicht ein Mensch, der sichbei kleinen Anlässen in Gefahren begibt, wie er auch nicht ein Lieb-haber von Gefahren überhaupt ist, aber wohl ein Mann, dergroßen Gefahren zu begegnen weiß; und wenn es da gilt, da achteter sein Leben nicht, weil er nicht das Leben unter allen Ümständenfür etwas Wertvolles hält. — 24. Er ist ferner der Mann danach,gern anderen wohlzuthun, während es ihn beschämt, wenn erWohl-thaten empfängt,^denn jenes ist Zeichen von Überlegenheit, diesesvon Inferiorität; und darum ist er auch geneigt, in solchem Falleempfangenes^Gut mit Wucherzinsen zu vergelten, denn dadurch
14. Tugend und Glücksgüter.
15. Ohne eigene persönliche Würdigkeit.
16. Gr. — so, daß man nicht aus dem Geleise der Melodie