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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Viertes Buch. Drittes Kapitel.

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Körper darstellt 2 , während kleine Menschen niedlich und wohl-proportioniert sein können, schön aber nicht.

6 7. Ein Mensch aber, der eine große Meinung von sich undseinen Verdiensten hat, während er dazu gänzlich unberechtigt ist,ist ein eitel aufgeblasener; wohingegen ein Mensch, der nurseine sonst begründeten Ansprüche über deren Maß steigert, nochnicht immer ein solcher eitel aufgeblasener ist. Wer aber Geringeresbeansprucht, als er wert ist, der ist ein Kleingesinnter, mögennun die Dinge, auf die ihm sein Wert Anspruch gibt, den er selbstverkleinert, große oder mittelmäßige oder selbst auch nur kleinesein. Freilich trifft diese Bezeichnung vorzugsweise denjenigen, derbei wirklich großen Ansprüchen sich in solcher Weise unterschätzt;denn hier fragt man billig: was würde er erst thun, wenn er wirk-lich nicht so große Ansprüche zu erheben berechtigt wäre?

8. Was nun den Großgesinnten betrifft, so ist er, was dieGröße seiner Ansprüche anlangt, ein Extrem, dadurch aber, daß er-ste, so wie es nötig, geltend macht, hält er die richtige Mitte ein,denn er schätzt sich nach Gebühr und Wert, während die beidenanderen dagegen in ihrer Selbstverteidigung zu viel oder zu wenigthun. 9. Wenn er sich denn also bei begründeten Ansprüchengroßer Dinge würdig schätzt und unter dem Großen immer vor-zugsweise des Größten, so kann sein Streben vorzugsweise nur aufeins gerichtet sein. 10. Es bezieht sich nämlich sprachlich derAusdruck Wert auf die äußeren Güter. Als deren größtes dürfenwir mit Fug dasjenige bezeichnen, welches wir den Göttern zu-teilen, wonach die in hohem Ansehen und hoher Stellung befind-

2. Dies ist ein ästhetischer Fundamentalsatz bei Aristoteles, über welchenman Aristo'teles', Poetik Kap. 7, §4; Kap. 6, §2; Politik Vll, Kap. 4,§ 6 und meine Anmerkung daselbst Nachsehen mag. Was speziell die Schön-heit des menschlichen Leibes anbetrifft, so ist sie auch in der Anschauungs-weise der beiden ältesten griechischen Dichter, Home'r (Odyssee' XIII, 289)und Hesio'd (Schild des He'rkuleö B. 3), immer mit Größe und Gestaltverbunden gedacht. Übrigens ist zu bemerken, daß Aristoteles mit demWorteGröße" (^ixcbo;) in ästhetischer Beziehung sowohl extensive alsintensive Größe oder auch beides zusammen bezeichnet. Vgl. Rheto'rik II,Kap. 8, 8 8; II, Kap. 18, § 4; III, Kap. 9, § 3.

*TerLaut, hinter dem daS Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland ü'ber a'lleS.sras'nlch«tdtscheB.gr.u.r-m.«l.;Bd. L0;Lfrg.L8.^ Aristoteles I. 9