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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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127
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Viertes Buch. Zweites Kapitel.

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20. Derjenige hingegen, welcher diese Eigenschaft bäuerischübertreibt, thut dies, wie bereits gesagt", dadurch, daß er Geld e.aufwendet, wo es nicht erforderlich ist. Er wendet nämlich gerade

bei kleinen Veranlassungen große Summen auf und macht Staatauf unharmonische Art", indem er z. B. Erani'sten" wie Hoch-zeitsgäste bewirtet und wenn er bei der übernommenen Ausstattungeines komischen Chors beim Auszuge der Chormitglieder Purpur-decken ausbreiten läßt, wie dies die Megare'nser thun." Und zwarwird er alles dies und dergleichen nicht thun, weil er es für schönhält, sondern weil er sich mit seinem Reichtum zeigen will undweil er dafür bewundert zu werden meint, wie er denn eben über-haupt da, wo es Pflicht wäre, viel aufzuwenden, geringen, und wogeringer Aufwand erforderlich ist, großen macht.

21. Sein Gegensatz, der kleinliche Knicker (der Mikro'prepes),wird dagegen in allen Stücken immer es an etwas fehlen lassen,und selbst wenn er die größten Ausgaben auf etwas wendet, wirder es an einer Kleinigkeit fehlen lassen und dadurch das Schönean seinem ganzen Thun und Werke verderben; er wird bei allem,was er thut, immer zögern und bedenken, wie er es mit dem mög-

14. S. oben § 4 dieses Kapitels.

15. Im Texte steht:wider die Singweise" (n«g4 wozu der

griechische Erklärer bemerkt,dies sei eine sprichwörtliche Redenoart, diedas bezeichne, daß jemand etwas nicht auf schickliche Weise thue." Einsolcher wird nämlich mit einem Menschen verglichen, der beim Singen einesLiedes die Singwcise nicht trifft oder unnütze Schnörkel dabei anbringt.

lk. Eranisten heißen die Mitglieder eines E'ranoS, d. h. einer Ge-sellschaft, die sich zusammengethan hat, um gesellige Schmause aus gemein-same Kosten zu bereiten oder sonst eine Festlichkeit zu begehen. SolcheVerbindungen (Kränzchen, Picknicksgenosscnschaften) waren in den demo-kratischen Staaten der Hellenen sehr häufig und verbanden mit jenen ge-selligen auch wohl politische Zwecke. Vgl. Böckh, Staatshanshaltung derAthener I, S. 264. Ihre Schmäuse waren die einfachsten aller Artvon Gastereien (s. die Ausleger zu Homer, Odyssee I, 225 ff., undAthenä'os, Deipnosophi'sten VIII, Kap. 43, § 362 s); es war also ge-schmacklos und zeugte von bäurischer Prunksucht, wenn jemand dabei einenAufwand machte, als gälte es ein Hochzeit« fest.

17. Gleichfalls ein Beispiel von unschicklichem Luxus und geschmack-losem Prunkaufwande. Die nähere Untersuchung über dasselbe würde hierzu weit führen.