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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Aristoteles, Nikomachische Ethik.

Hochzeitsfeier und dergleichen, oder sonst eine Veranlassung, beider die ganze Stadt und deren angesehenste Bürger interessiert sind,wie bei der Aufnahme und Bewirtung von Fremden, bei Ehren-geleitenderselben in die Heimat, bei Geschenken und Gegengeschenken;denn nicht für sich ist der Großprächtige zum Aufwandmachen be-reit, sondern für das Allgemeine, und solcheGeschenke" anStaatsgäste haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den Weihegeschenken,die man Göttern darbringt."

16. Zu einem Großprächtigen gehört ferner, daß er sich auchein seinem Reichtum geziemendes Wohnhaus baue. Denn auch einsolches Haus ist gewissermaßen eine öffentliche Zierde. Ferner,daß er für die Werke, die er schafft, um so mehr aufwcnde, jelänger sie zu dauern bestimmt sind, denn diese sind die schönsten.

17. Ferner beobachtet er bei allem, was er thut und leistet,das Geziemende. Denn was zum Beispiel für Götter paßt, paßtnicht auch für Menschen, der Aufwand für ein Heiligtum nicht fürein Grabmal. Ferner ist bei seinem Aufwands im einzelnen immerjeder einzelne in seiner Art groß, und wenn freilich dasgroß-prächtigste" überhaupt das ist, was im großen groß ist, so ist hier(im einzelnen) wiederum dasjenige das großprächtigste, was inseiner Art groß ist.

18. Ferner ist ein Unterschied zwischen der Größe des ge-leisteten Werks und zwischen der Größe des dafür gemachten Auf-wandes. Der schönste Ball und das schönste -ölfläschchen sind aller-dings großprächtige Kindergeschenke, und doch ist ihr Kostcnwerteine unbedeutende Kleinigkeit. 19. Darum gehört es zumCharakter des Großprächtigen, in jeder Gattung, wo er etwas thut,es großartig und schicklich zu thun. Denn dann kann es nicht wohlübertroffen werden und entspricht dem darauf verwendeten Auf-wande. Soviel zur Charakteristik des Großprächtigen.

13. D. h. das ganzePublikum", dieGemeinde", der Staat ist dabeiinteressiert, daß solche Ehrengeschenke würdig auefallen. Die Opfer, dieder reicheGroßprächtige" hierbei aus seinen Mitteln bringt, sind dahersehr wohl mit denWeihgeschenken", die man den Staatsgöttern dar-bringt, zu vergleichen, bei denen ebenso der ganze Staat interessiert ist.