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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Viertes Buch. Erstes Kapitel.

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schwender" nennen. 45. Daher gelten denn auch dieVer-schwender" für die schlechteste Menschenklasse, weil sie viele Lasterzugleich in sich vereinen. Allein diese Bezeichnung ist nicht dieeigentliche. Denn der NameVerschwender" im eigentlichenSinne will sagen, daß der so Bezeichnte nur einen bestimmtenFehler an sich hat, nämlich den: sein Vermögen zu ruinieren. Ver-schwender nämlich ist der, der durch sich selbst zu Grunde gerichtetwird, und in der gäng und gäben Ansicht gilt die Zugrunderich-tung des Vermögens zugleich als eine Art von Ruin des Menschenselbst, weil das Vermögen die Basis der Existenz ist. So alsofassen wir hier den Begriff derVerschwendung" auf.

6. Alles, was man brauchen kann, das kann man ebenso-wohl richtig brauchen, als mißbrauchen. Auch der Reichtum ge-hört.zu diesenbrauchbaren" Dingen? Nun aber braucht imeinzelnen Falle jeder dasjenige am besten, der diejenige Tugendbesitzt, die sich auf den betreffenden Gegenstand bezieht; folglichwird auch vom Reichtum der den besten Gebrauch machen, der dieauf Hab und Gut sich beziehende Tugend besitzt, und das ist derFreigebige?

7. Der Gebrauch von Hab und Gut heißt Aufwand und Aus-gabe, während das Einnehmen und Bewahren vielmehr als Er-werb bezeichnet wird. Daher ist es auch mehr des FreigebigenSache, den Würdigen zu geben, als einzunehmen, woher er soll,und nicht einzunehmen, woher er nicht soll. Denn es ist überhauptmehr Sache der Tugend, Gutes zu thun, als Gutes zu empfangen,und es charakterisiert sie vielmehr das Vollbringen des Schönenund Guten, als das Unterlassen des Häßlichen und Schlechten.

8. Nun sieht man leicht, daß dem Geben das Gutesthun entspricht,dem Nehmen dagegen das passive Empfangen von etwas Gutemoder höchstens das Sichenthalten von schlechtem Handeln. Auch

2. S. oben I, Kap. 5, Z 8.

3. Auch hier decken sich der deutsche und der griechische Ausdrucknicht. Der griechische Ausdruck (LXLvöigw;), den wir durchfreigebig"übersetzen müssen, weil wir kein anderes entsprechendes Wort dafür haben,ist ein Mann von freier (wir sagenadeliger"), d. h. einem freigebornen,wohlerzogene» hellenischen Bürger geziemender Sinnesart.

je<mimlchi>d chi«.,r.u.röm.»l.;Bd.;Lfrg.28.i Aristoteles I. ö