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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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Viertes such.

Erstes Kapitel.

Demnächst wollen wir von der Freigebigkeit sprechen. Siegilt für das richtige Mittelmaß des Verhaltens in Sachen von Habund Gut. Denn das Lob, welches demFreigebigen" gezollt wird,trifft nicht sein Verhalten in kriegerischen Dingen oder auf demGebiete, auf dem sich der Mäßige bewegt, auch nicht seine Urteileüber Recht und Unrecht, sondern sein Verhalten im Geben undNehmen von Hab und Gut, vorzugsweise aber beim Geben.

2. Hab und Gut nenne ich allen Besitz, dessen Wert nach ge-prägtem Gelds gemessen wird. 3. Auch hier gibt es zwei Ab-wege des Zuviel und Zuwenig von der richtigen Mitte des Ver-haltens in Geldsachen, die Verschwendung und die Knauserei, undzwar heften wir den Makel der Knauserei allen denen an, die überGebühr hinter dem Besitz her sind, während wir die BezeichnungVerschwender zuweilen mit anderen Begriffen verbinden*, indemwir nämlich auch die Zügellosen und für die Befriedigung ihrerZügellosigkeit verschwenderisch Geld ausgebenden MenschenVer-

I. Aristoteles will sagen, daß man mit dem griechischen WorteVerschwender (üomrv;) auch einen liederlichen und ausschweifenden Menschenbezeichnet. Der ganze folgende Abschnitt bis § 6 dreht sich um diesengriechischen Sprachgebrauch und seine Unterscheidung von der Bedeutung,welche Aristoteles hier allein mit dem Worte verbunden wissen will.