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Aristoteles, Nikomachische Ethik.
8. Somit haben es also die Mäßigkeit und Unmäßigkeit, wiewir sehen, mit solcher Art von Genüssen zu thun, an denen auchdie übrigen Tiere teilhaben und die ebendaher auch als „sklavisch-niedrige" und „tierische" erscheinen. — 9. Diese sind Gefühl undGeschmack. Doch auch der eigentliche Geschmack scheint bei den Un-mäßigen entweder gar nicht oder doch nur in geringem Grade inBetracht zu kommen, denn der Geschmack geht auf die kritischePrüfung der Säfte, wie wir sie von denen anwenden sehen, welchedie verschiedenen Weine der Schätzung wegen kosten, und bei denen,welche die Speisen zubereiten. Allein dieser Geschmackgehalt derSäfte macht entweder nur in geringem Maße oder gar nicht dasVergnügen des eigentlichen Unmäßigen aus, sondern sein Ver-gnügen besteht lediglich im Genießen, welches bei eßbaren und beitrinkbaren Gegenständen sowie bei der sogenannten Fleischeslustauf das Tastgefühl hinausläuft. — 10. Darum wünschte sich ebenauch jener Freßschlemmer einen Hals, länger als der eines Kranichs,zu haben, weil er dadurch auch den Genuß des Fühlens der Speisensich verlängert dachte?
Es ist somit der allerallgemeinste der Sinne, mit dem es dieUnmäßigkeit zu thun hat, und diese kann daher mit gutem Fugals Gegenstand gerechten Vorwurfs gelten, weil sie uns nicht an-haftet in unserer Eigenschaft als Menschen, sondern in unserertierischen. — 11. An solchen Genüssen große Freude haben undsie vorzugsweise lieben, ist also bestialisch. Auch sind ja die edel-sten der durch den Sinn des Gefühls entstehenden Genüsse, wiez. B. die, welche in den Gymnasien durch Abreiben und durch dieErwärmung entstehen von den Genüssen des Unmäßigen aus-
wo es von Menela'os heißt, daß er beim Anblick seines Feindes Pa'riserfreut war
-'wie der Leu, wenn größeres Wild ihm
Aufstößt, wenn sich ein Hirsch mit Geweih ihm oder ein GemsbockDarbeut;-.
5. Einige Handschriften fügen den Namen des Ehrenmannes hinzu.Er soll Philo'xenos geheißen haben. Vgl. Zells Anmerkung.
6. In den griechischen Gymnasien nahm man trockene Schwitzbäderund Abreibungen des Körpers nach der Übung, welche, wie die heutigen