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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Aristoteles, Nikomachische Ethik.

17. Somit ist gesagt, welcher Art die wirklich Tapferen unddie nur für tapfer Geltenden find.

Neuntes Kapitel.

Obschon sich nun die Tapferkeit auf die Gegenstände desio Selbstvertrauens und der Furcht bezieht, so hat sie es doch nicht mitbeiden in gleichem Maße zu thun, sondern mehr mit dem Furcht-baren; denn der, der in furchterregenden Lagen sich unerschüttertund so, wie es sich geziemt, benimmt, ist in eigentlicherem Sinnetapfer, als derjenige, welcher Selbstvertrauen aus rechte Art undbei rechter Gelegenheit bewährt.

2. Nun nennt man, wie gesagt, einen Tapfern den, welcherDinge, die mit Schmerzgefühl verbunden sind, über sich nimmt.Darum ist denn auch die Tapferkeit ein mühseliges Ding und wirddeshalb mit Recht Gegenstand des Lobes und Preises; denn es istschwerer, das Schmerzhafte über sich zu nehmen, als sich des An-genehmen zu enthalten. 3. Und wenn man zwar das von derTapferkeit angestrebte Ziel ein angenehmes füglich nennen darf,so wird es von dem, womit es rings umgeben ist, in Schatten ge-stellt, wie das z. B. auch bei den gymnischen Wettkämpfen der Fallist; denn für die Faustkämpfer ist freilich das Ziel, um dessent-willen sie kämpfen, der Kranz und die Ehrenbezeigungen, ein an-genehmes, aber die Schläge, die sie erhalten, thun trotzdem weh,da ihr Körper doch immer Fleisch ist, und sind sehr unangenehm,wie ihr ganzes Exercitium überhaupt, und weil dieser Schmerzenund dieses Unangenehmen sehr viel, dagegen das, um dessentwillensie dieselben ertragen, nur etwas Kurzvorübergehendes ist, so scheintder Faustkampf nichts Angenehmes zu haben.

4. Da es sich nun offenbar auch mit dem, was um und an

Sikyonier, ein griechisches 8 (L) ans. den Schilden sahen, wurden sie zudem Glauben verleitet, es mit einem Überreste der von ihnen geschlagenenSikyonier zu thun zu haben, und gerieten in Verwirrung, als sie ihrenIrrtum bemerkten.