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Aristoteles, Nikomachische Ethik.
hat man in diesem oder jenem, und der gediente Soldat hat sie indem, was zum Kriege gehört. Es gilt nämlich als bekannte That-sache, daß der „Krieg viel leere Schrecken hat"', und diese Er-fahrung haben eben die gedienten Soldaten vorzugsweise gemacht;sie erscheinen also bei solchen Vorkommnissen als tapfer, weil dieanderen die Bedeutung derselben nicht kennen. — 7. Sodann sindsie vorzugsweise befähigt, dem Feinde Wunden zu schlagen undsich selbst vor Wunden zu hüten, infolge ihrer Geübtheit und weilsie solche Waffen und Rüstung haben, wie sie sein müssen, um einer-seits Wunden zu geben, andererseits keine zu empfangen. — 8. Er-fahrene Soldaten befinden sich also unerfahrenen gegenüber in derLage, wie bewaffnete gegen unbewaffnete oder Athleten, die mitsolchen kämpfen, welche von der Kunst nichts verstehen; — dennauch in den athletischen Kämpfen sind nicht die tapfersten auch diestreitbarsten, sondern die, welche die meiste Körperkraft und diegeübtesten Leiber haben.
9. Allein die gedienten Soldaten werden feige, wenn die Ge-fahr allzu groß wird und wenn sie sehen, daß die Übermacht derMassen und der Ausrüstung auf der Gegenseite überwiegend ist,denn da sind sie die ersten, welche fliehen, während ein Bürgerheer(auch in solchem Falle) bis zum Tode standhält, wie das ja auch in
7. Sprichwörtlich. Es find die inania belli bei Ta'citus, Histo'-rien II, 69, wo man die Ausleger Nachsehen mag. Vgl. Fronti'nus,Kriegslisten II, 9 und daselbst Keuchen. — Eine andere Lesart x-uv-i gibtgleichfalls einen guten Sinn, der auf den Satz hinausläuft, daß der Kriegviel Neues, Überraschendes bietet, worauf sich nur der erfahrene Soldatgefaßt zu halten vermag. Näheres gibt Cardwell im Kommentare zufeiner Ausgabe der Ethik S. 96 fg.
8. Anspielung auf ein Zeitereignis, das in die letzten Jahre vonAnsto'teles' erstem Aufenthalte zu Athen (368—348) fällt und zu denwildverworrenen Begebenheiten des sogenannten „Heiligen Krieges" gehört.Es waren die Bürger der böo'tischen Stadt Koronei'a, welche im Kampfegegen den Führer der Phoker Onoma'rchos, der die Akro'polis genommenbatte, aus dem „Hermesfelde" nahe bei der Stadt alle tapfer kämpfendfielen, während ihre geworbenen Hilfstruppen — gediente Söldner — so-fort nach dem Falle eines ihrer Führer die Flucht ergriffen.