Drittes Buch. Achtes Kapitel.
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und sein Diome'des* ruft aus:
Hecktor wird ja einst sagen im Volke der lauschenden Tro'er:
Ty'deus' Sohn ist vor mir lzu den Schiffen zagend geflüchtet!) 2
3. Diese Art Tapferkeit ist also der zuvor von mir erklärten amähnlichsten, weil sie aus einer Tugend entspringt; sie entspringtnämlich aus Ehrgefühl und aus Begierde nach dem Schönen —denn Ehre ist ihre Triebfeder — und aus dem Verlangen, die Schandeals etwas Schimpfliches zu vermeiden. — 4. Auch darf man hier-her diejenigen rechnen, welche von ihren Oberen dazu genötigtwerden, nur daß der Wert ihrer Tapferkeit geringer ist, weil siedieselbe nicht aus Ehrgefühl, sondern aus Furcht üben und weildas, was sie vermeiden wollen, nicht das Schimpfliche ist, sonderndas Schmerzhafte. Solchen Zwang üben nämlich die Gebieter, wieHektor (wenn er seinen Kriegern zuruft):
Wen ich jedoch entfernt von dem Kampf sich duckend ersehe,
Nicht soll helfen ihm das, zu entfliehen den Hunden —?
5. Dasselbe thun die Befehlshaber, welche gewisse Abteilungenv oranstellen^ und, wenn sie zurückweichen, auf sie einhauen lassen,oder die, welche ihre Leute so stellen, daß sie einen Graben oderähnliche Fluchthindernisse im Rücken haben denn sie alle zwingenzur Tapferkeit. Allein der Tapfere soll nicht tapfer sein aus Zwang,sondern weil es schön ist.
6. Ferner gilt auch die Erfahrung, welche alles und jedes ver-sucht hat, für eine Art von Tapferkeit, weshalb denn auch So'kra-tes° der Meinung war, die Tapferkeit sei Wissenschaft. Erfahrung
2. Homer, Ilias VIII, 148—149.
3. Hektor sagt etwas Ähnliches in seiner Schlußrede Ilias XV, 348 ff.;näher kommen aber Agame'mnons Worte (Ilias II, 391), doch auch hierlautet der Aristotelische Text des Homer abweichend von dem unsrigen.
4. Ich lese mit Lambin und Amiot rrgor-rr-rov-rer.
8. Der griechische Erklärer bemerkt, daß Xe'rxes bei Thermo'pylä ausseine weichenden Scharen in dieser Weise einhauen ließ und daß die Spar-taner im Messe'nischen Kriege bei einer Schlacht, wie Tyrtä'os berichte, eineAufstellung mit einem Graben im Rücken nahmen.
6. D. h. Pla'ton im „Prota'goras" und ausführlicher im „La'ches".Vgl. auch Xe'nophon, Erinnerungen an Sokrates II, 12.
»Der Laut, hinter dem da« Zeichen ' steht, hat den Ton: D-n'tschland ü'b-r a'lleS.
IrengenlchetdlschtB.gr.u.röm. Itt.;Bd.20 ; Lfrg. 38-1 Aristoteles I. 7