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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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94 Aristoteles, Nikomachische Ethik.

Stirn bieten um des Schönen* willen, denn dies ist das Ziel derTugend.

3. 4. Nun kann man aber diese Dinge mehr oder wenigerfürchten, ja man kann auch Dinge, die nicht furchtbar sind, alssolche fürchten. Unter den Fehlern, die hier begangen werdenkönnen, ist der eine der, wenn man etwas fürchtet, was man nichtfürchten soll, ein anderer der, wenn man sich nicht zur rechten Zeitfürchtet, und so weiter nach den ähnlichen Kategorieen. Ähnlichist es auch mit den Dingen, welche Mut einflößende sind.

5. Der also, der da fürchtet und über sich nimmt, was ersoll und warum er soll und wie er soll und wann er soll, und derunter allen diesen Bedingungen auch getrosten Mutes ist, der isttapfer; denn der Tapfere leidet und handelt wie es sich nach denVerhältnissen derDinge gebührt und wie es die Vernunft in jedemFalle vorschreibt. 6. Ziel aller Thätigkeiten ist aber das derBeschaffenheit und Fertigkeit des Handelnden Entsprechende. Nunist aber für den Tapfern die Tapferkeit ein Schönes, und somit istauch das Ziel seines Handelns die Bewährung solcher Eigenschaft;denn jedes einzelne Ding wird durch sein Ziel bestimmt. DasSchöne also ist es, um dessentwillen der Tapfere die Gefahren undThaten der Tapferkeit besteht und ausübt.

7. Was nun diejenigen betrifft, welche das Maß überschreiten,so hat für den, der in der Furchtlosigkeit zu weit geht, die Sprachezwar keine Bezeichnungich habe schon früher gesagt, daß es fürviele Dinge keine Bezeichnungen in der Sprache gibt^, mankann aber sagen, daß es eine Art von Wahnsinn oder Stumpfsinnist, wenn einer etwa gar nichts fürchtet,nicht Erdbeben noch Meer-sturm"^ wie man es von den Kelten sagt. Der dagegen, der im

1. Das sittlich Gute, insofern es dem Menschen schön steht, ihmEhre bringt, bezeichnet Aristoteles als das Schöne ( xaXöv).

2. S. oben Buch II, Kap. 7, §8 2 ff.

3. Dies scheint sprichwörtlich gewesen zu sein. Die Kelten galten noch zuAristoteles' Zeit für die tollkühnste Nation der Erde, wie Älian, VermischteGeschichten, Xll, 23) nach älteren Zeugnissen, wahrscheinlich aus E'phorus,berichtet und mit vielfachen Beweisen belegt. Kelten waren es, die dem großen