Drittes Buch. Drittes Kapitel.
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ein vernünftiger Mensch. — 3. Über das Ewige, — z. B. über dasWeltgebäude und über die Jnkommensurabilität der Parallelo-grammdiagonale zu den ihr gegenüberliegenden beiden Seiten* * —beratschlagt kein Mensch; — 4. aber ebensowenig über die Dinge,die zwar in Bewegung sind, aber immer aus dieselbe Weise ge-schehen, mag nun Notwendigkeit oder Natur oder sonst etwas an-deres die Ursache sein, z. B. über den Sonnenumlauf und über denAusgang der Gestirne. — 5. Auch nicht über das, was bald sobald anders ist und geschieht, z. B. über Zeiten der Dürre unddes Regens. Auch nicht über das, was vom Zufalle abhängt, wiez. B. über die Findung eines Schatzes. — 6. Ja, selbst die mensch-lichen Dinge und Verhältnisse sind nicht ohne Ausnahme Gegenstandunserer Beratung; kein Lakedämo'nier* z. B. beratschlagt darüber,welches wohl für die Sky'then die beste Verfassung sein möchte,denn wir wissen, daß wir dazu nicht das geringste thun können.
7. Beraten thun wir dagegen über Dinge, deren Ausführungin unserer Macht steht, und das ist dann auch das, was als Gegen-stand der Beratung übrig bleibt. Wenn wir nämlich die Dingenach ihren Ursachen einteilen, so gelten als solche Natur, Not-wendigkeit und Zufall und endlich noch Vernunft und alles, wasdurch menschliche Einwirkung geschieht. Was aber die Menschenanlangt, so beratschlagt jeder immer über das, was durch ihn aus-führbar ist.
8. Was nun die exakten und selbständigen Wissenschaftenangeht, so findet in deren Bereiche keine Beratung statt, wie z. B.über Buchstaben (keine solche stattfindet — denn darüber, wie sie zuschreiben sind, herrscht keine Zwiespalt der Ansicht), sondern nurüber dasjenige beraten wir, was zwar durch uns, aber nicht immerauf gleiche Weise geschieht, wie z. B. über die Ausübung derArzenei-kunst und der Finanzkunst, und wiederum über die Ausübung derSteuermannskunst mehr und häufiger als über Dinge der Turnkunst,
1. Über dies bei Aristo'telcS häufig zitierte Beispiel von etwas Un-möglichem oder Falschem s. die Nachweise bei Schwegler zu Aristo-teles' Metaphysik, I, Kap. 2; Kommentar S. 24 fg.
*Der Laut, hinter dem das Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland ü'ber a'lleö.92 söangeiischrlvtsche B. zr. u.röm. Sl.: Bd. 20; Lfrg. 27.^ Aristotelesl. 6