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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Aristoteles, Nikomachische Ethik.

wir es so machen und die Lust (wie jene die Helena) von uns weichenheißen, so werden wir jedenfalls den geringern Fehler begehen.

7. Dies ist also summarisch gesprochen das Verfahren, um ambesten die richtige Mitte zu treffen, was allerdings, zumal in denjedesmaligen einzelnen Fällen, eine schwierige Sache ist. Denn esist z. B. nicht leicht zu bestimmen, auf welche Art und Weise, gegenwelche Personen, aus welcherlei Ursachen und wie lange Zeit manzürnen soll. Denn es gibt Fälle, wo wir andere die Leute, diedarin zu wenig thun, loben und sie Sanftmütige nennen, undwiederum gibt es Fälle, wo wir die, welche in heftigen Zorn ge-raten, mit dem Namen von Mannhaften beehren. 8. Allein soviel steht doch fest, daß der, der nur wenig von der richtigen Mitteabweicht, überhaupt nicht getadelt wird, mag nun seine Abweichungnach dem Zuviel oder nach dem Zuwenig hin geschehen, wohl aberder, der sehr stark davon abweicht. Denn sein Fehler bleibt nie-mals unbemerkt. Die Grenzlinie des wie weit und in welchemMaße jemand noch dem Tadel unterliegt, ist nicht wohl ausdrücklichmit Worten zu bestimmen, wie überhaupt nichts, was Sache derEmpfindung ist. Von dieser Art sind aber eben die einzelnenDinge; und hier beruht das Urteil immer auf der Empfindung. ^

9. Soviel also ist klar, daß die mittlere Disposition in allenDingen löblich ist und daß man, was das Abweichen von der Mittebetrifft, bald nach der Seite des Zuviel, bald nach der Seite desZuwenig hin abweichen muß, um das Mittlere und Richtige amleichtesten zu treffen.

Man seheHomer, J'lias, III, 156160. Auch hier hat Aristoteles dieVerse selbst nicht beigeschrieben, da er sicher sein konnte, daß jeder Leserwußte, was gemeint war.

5. Empfindung ist hier soviel als richtiger Takt, natür-

liche Anlage (eüwma). S. Biese, a. a. O., II, S. 278, Anmerk. I: S.245, Anmerk. 4. ' .