Zweites Buch. Viertes Kapitel.
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.H 11. Zn Summa also: Die Tugend hat es zu thun mit denH Empfindungen der Lust und Unlust; ferner, die Dinge, woraus sieh entsteht, sind es auch, durch die sie gesteigert oder, wenn dieselben- nicht in angemessener Weise geschehen, vernichtet wird; und endlichs die Dinge, aus denen sie entstand, bilden auch den Bereich, in wel-i chem sie thätig ist.
Viertes Kapitel.
1. Es könnte nun jemand hier eine Schwierigkeit erheben und Knp.fragen: „Wiemeinstdudas,dahdieMenschen gerecht werden müssen Be»,dadurch, daß sie gerecht handeln, und maßvoll dadurch, daßsiemaß-voll handeln? Denn wenn sie gerecht und maßvoll handeln, so. sind sie ja schon gerecht und maßvoll, sowie sie ja auch, wenn sieDinge leisten, die zur Grammatik und Musik gehören, eben schon^ Grammatiker und Musiker sind."
^ 2. Allein ist dies auch nur selbst bei den Künsten richtig? Ich
l denke nicht. Denn es kann sehr wohl jemand etwas grammatischRichtiges schreiben, sei es durch Zufall oder daß ihm ein anderer An-Weisung gibt. Erst dann also wird er ein Grammatiker sein, wenn,1 ernicht nur etwas grammatisch Richtiges thut, sondern es zugleich imZ Bewußtsein der grammatischen Regeln thut, d. h. nach der in ihmi selbst lebendigen grammatischen Wissenschaft.
: 3. Ferner aber ist ein Unterschied bei den Künsten und bei den
s Tugenden. * Bei den Werken der Kunst nämlich liegt die Vollen-düng in ihnen selbst, und es genügt mithin, wenn sie so oder so be-ll schaffen sind. Bei den Werken aber, welche von den Tugenden aus-§ gehen, ist es nicht genug, daß sie so oder so beschaffen sind, um ge-Z rechte und maßvolle Handlungen zu heißen, sondern es ist dazu auch8 noch erforderlich, daß der, welcher sie thut, sie in einer bestimmtenZ Gemütsverfassung thue: zunächst, daß er sie mit Bewußtsein thue;
I zweitens, daß er sie mit Vorsatz thue, und zwar mit einem Vorsatze,
I. S. Buch IV, Kap. 5, § 7.