Zweites Buch. Drittes Kapitel.
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Freude und sein Schmerz sich in den richtigen Gegenständen er-weise; denn das ist.die wahre Jugenderziehung.
3. Ferner: wenn es wahr ist, daß die Tugenden es mit Hand-lungen und Erleidnissen zu thun haben und wiederum jedes Er-leidnis und jede Handlung Lust und Schmerz zur Folge hat, so läßtsich auch schon aus diesem Grunde behaupten, daß die Tugend esmit Empfindungen der Lust und Unlust zu thun habe. — 4. EinFingerzeig dafür ist es auch, daß die Strafzüchtigungen aus diesemGrunde angewendet werden, denn sie sind Heilkuren, und Heilkurenwerden der Natur gemäß mittelst des Entgegengesetzten vollbracht?— 5. Ferner: wie ich bereits neulich sagte, bildet dasjenige, wo-durch eine jede Fertigkeit der Seele naturnotwendig schlechter oderbesser wird, zugleich den Gegenstand, der die Natur dieser Fertig-keit bestimmt und woran sie sich äußert. Nun sind cs aber die Em-pfindungen der Lust und Unlust, durch welche dieselben schlechtwerden, indem der Mensch diesen Empfindungen nachjagt oder sichihnen zu entziehen sucht, sei es daß diese Empfindungen solche sind,bei denen er überhaupt weder das eine noch das andere thun sollte,oder daß er es zur Unrechten Zeit oder auf die Unrechte Weisethut und wie hier die logischen Kategorieen weiter heißen. Daherdefinieren auch manche die Tugenden als eine Art von Leidenschafts-losigkeit und Seelenruhe, wobei sie nur darin fehlen, daß sie diesohne weiterenZusatz aussprechen und nicht die Bestimmungen überdas Wie und Wie nicht, über das Wann u.s.w. hinzufügen.
6. Fest steht also, daß die Tugend nach diesen Kategorieen inbezug auf die Empfindungen der Lust und Unlust allemal das Besteerwählt und thut, die Schlechtigkeit das Gegenteil.
2. Der Satz illontra'ria eontra'riis« wird hier, wie weiterhin (S.X,9,§ 10) aus der Medizin, für welche ihn Hippollrates aufstellte (S.Aphorismen XXII, 2) auf das, Gebiet der sittlichen Erziehung übertragen.„Die Kur eines körperlichen Übels geschieht gemeiniglich durch sein Ent-gegengesetztes. Sollen nun Strafen, welche Schmerzen sind, etwas sein,was der fehlerhaften Disposition des Gemütes, die sie zu verbessern be-stimmt sind, entgegengesetzt ist, so muß diese Disposition selbst in einergewissen Art, Lust oder Unlust zu empfinden, bestehen. Folglich hat esauch die Tugend mit diesen Empfindungen zu thun." — (Nach Garve.)
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