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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Zweites Buch. Zweites Kapitel.

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5. Trotzdem jedoch, daß unser gegenwärtiger Vortrag es mitDingen solcher Art zu thun hat, wollen wir es versuchen, dieserUnbestimmtheit zu Hilfe zu kommen.

6. Fassen wir zunächst den Umstand ins Auge, daß Dinge,wie die oben genannten ihrer Natur nach so geartet sind, daß sie,wie wir dies bei der Leibesstärke und bei der Gesundheit sehen, durchMangel und durch Übermaß vernichtet werden (man muß näm-lich für das Unsichtbare und Unsinnliche Zeugnisse ausdem Sinnlichsichtbaren zu gewinnen suchen), denn so-wohl die übermäßigenLeibesübungen, alsderMangelderselbenver-nichten die Leibeskraft des Menschen und ebenso vernichten auchTrank und Speise, in zu großem wie in zu geringem Maße genossen,die Gesundheit, während das richtige Maß derselben die Gesundheithervorbringt, stärkt und erhält. 7. Geradeso nun verhält es sichauch mit den Tugenden der maßvollen Besonnenheit, der Tapferkeitund mit allen anderen; denn ein Mensch, der alles undjedesmeidet,sich vor allem und jedem fürchtctundvornichtsstandhält, wirdfeige,während andererseits der, der überhaupt sich vor gar nichts fürchtet,sondern auf alles drauflos geht, tollkühn wird. Ebenso wird einMensch, der alle und jede Lust genießt und sich gar keiner enthält,ein zügelloser, während einer, der alle Genüsse flieht, wie die rohenSauertöpfe so zu sagen ein gefühlloser wird. Denn die besonneneMäßigung und die Tapferkeit werden vernichtet durch das Übermaßund durch das Zuwenig, während sie durch das Mittelmaß ^ erhaltenwerden.

5. DasGesunde", dasNützliche".

6. Ebenso unten II, 6, § 7; Politik VIll, 3, § 3.

7. Die Definition eines solchensauvagen" (äppolxo;) Sauertopfsgibt Aristoteles unten II, 7, § 13; IV, 8, § 3.

8.Mitte" (^aov) undMittelmaß" erschienen dem Aristo-

teles nur ein inehr adäquater Begriff für seine logische Bestimmung der Tu-gend, und er wählte ihn, weil er sich besser einfügte in das logische Schemader Definition, während der realen Erscheinung derTugend doch eigentlich einmehr innerlicher Begriff zum Grunde liegt. Nieländer ss. Kap. 6,Anmerk. 8j S. 8 fg.

* Der Laut, hinter dem daS Zeichen ' steht, hat den Ton: Deutschland n'ber a'lleS.-S 2 UsangmschridtscheB.gr.u.röm.Sl.:Bd.20;Lsrg.27^ Aristoteles I. 4