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Aristoteles, Nikomachische Ethik.
Gebiet der menschlichen Handlungen und die Frage, wie manhandeln soll, in Betracht ziehen; denn sie sind es, von denen, wie-wir oben gesagt haben, die Qualität unserer Beschaffenheiten undFertigkeiten bestimmt wird.
2. Was nun die Regel betrifft, welche vorschreibt, nach derrichtigen Vernunft zu handeln, so ist sie eine allgemeine* und magfür jetzt als oberster Grundsatz hingestellt bleiben, indem wir später^darüber sprechen und sagen werden, was die „richtige Vernunft" istund wie sie sich zu den anderen Tugenden verhält. — 3. Nur darübermüssen wir im voraus einverstanden sein, daß jeder wissenschaftlicheVortrag, der es mit den Bereichen des Handelns zu thun hat, nurso zu sagen allgemeine Umrisse und keine haarscharfe Behandlung zugeben braucht, wie ich denn auch gleich zu Anfangs gesagt habe,daß man bei philosophischenVorträgenseine Anforderungen hinsicht-lich der Behandlung nach der Natur der behandelten Materie zu be-messen hat. Nun hat aber die Natur derjenigen Dinge, welche beiden Handlungen in Betracht kommen, und das „Nützliche" nichtsein für allemal Feststehendes, ebensowenig als das Gesunde.*
4. Ist dies nun schon bei der Behandlung des Allgemeinender Fall, um wie viel weniger kann da das Besondere auf Genauig-keit der Behandlung Anspruch machen, da dies ja unter keinerleiKunst oder Vorschrift fällt, sondern der Handelnde hier immerselbst jedesmal Zeit und Umstände ins Auge fassen muß, wie jadasselbe auch bei der Ausübung der Kunst des Arztes und desSteuermanns der Fall ist.
1. D. h. nicht deutlich genug, weil noch nicht durch das Wissen ver-mittelt. (Vgl. unten VI, Kap. 1.) Biese II, 240.
2. Nämlich VI, Kap. 1 ff. Ich habe mit einigen Handschriften dieLesart üirsgxciobw (statt ÜTroxrlailu)) vorgezogen.
3. Nämlich I, Kap. 2, § I, woselbst man meine Anmerkung Nach-sehen mag. Vgl. Biese II, 17.
4. „Ebensowenig als es für die einzelnen Krankheiten Universalmittelgibt, sondern je nach der Beschaffenheit der Krankheit ist bald dieses,bald jenes heilsam." Biese II, 277. — Der Sinn ist offenbar: „Esläßt sich ebensowenig mit absoluter Gewißheit und Bestimmtheit sagen,was man überhaupt oder in jedem einzelnen Falle thnn soll und waSnützlich ist, als sich ein für allemal sagen läßt, was gesund ist."